Der sichere Umgang mit Lithium-Ionen-Batterien (Akkus)

Wichtige Informationen rund um die Lithium-Ionen-Batterien und deren Umgang

Kaum ein anderer Technik-Trend hat sich in den letzten Jahren so unaufhaltsam durchgesetzt wie die Entwicklung immer leistungsfähigerer Energiespeicher auf Basis von Lithium (Li). Seit etwa 30 Jahren erobern Lithium-Ionen-Batterien und -Akkus den Markt für Energiespeicher und werden in immer mehr Produkten und Geräten eingesetzt. 


Die Lithium-Ionen-Batterien oder -Akkus wirken zwar harmlos, doch sie bergen auch Sicherheitsrisiken, welche oftmals unterschätzt werden. Durch die sehr hohe Energiedichte, können sie sich unter bestimmten Bedingungen spontan entzünden oder instabil werden und bei Erwärmung explodieren. Tritt ein technischer Defekt auf oder versagt der Akku, kann dies schwerwiegende Folgen für Mensch, Betrieb und Umwelt haben.

Lithium Ionen Brände
 Ob in Gartengeräten, Elektrowerkzeugen, Handscannern, E-Bikes, Walkie-Talkies oder elektrischen Golf-Trolleys - hier sind Lithium-Ionen-Akkus zu finden.

Ob in Gartengeräten, Elektrowerkzeugen, Handscannern, E-Bikes, Walkie-Talkies oder elektrischen Golf-Trolleys - hier sind Lithium-Ionen-Akkus zu finden.

► WAS sind Lithium-Ionen-Akkus?

Lithium-Ionen-Akkus sind sogenannte elektrochemische Energiespeicher und erzielen eine hohe Energiedichte, d.h. sie speichern bei geringem Gewicht und Größe, eine höhere Energiemenge als bisheriger Akkus.

Die Akku-Elektroden (Anode und Kathode), sowie der Elektrolyt enthalten Lithium-Ionen. Ein einzelne Akku-Zelle hat eine typische Spannung von ca. 3,6 V.

 

► WO sind Lithium-Ionen-Akkus eigentlich verbaut?

Die Lithium-Ionen-Akkus sind weit verbreitet und kommen in unserem beruflichen und privaten Alltag sehr oft vor. Verbaut sind diese Akkus in Haushalts- und Gartengeräten, E-Bikes, E-Scootern oder Funkgeräten. Aber auch in Handscannern, Elektrowerkzeugen, Kameras, Laptops oder elektrische Golf-Trolleys kommen diese vor. Auch wenn das jeweilige Gerät bzw. der Akku klein ist, kann ein Akkuschaden schwerwiegende Folgen haben. Aus diesem Grund ist der bewusste und sorgsame Umgang während der Nutzung besonders relevant.

► WARUM können Lithium-Ionen-Akkus eigentlich so gefährlich sein?

Durch die hohe Energiedichte und dem steigenden Einsatz von Lithium-Ionen-Akkus steigt auch das Brandrisiko. 

Der typische Schadensfall im Zusammenhang mit Lithium-Ionen-Akkus ist die Selbstentzündung nach einem technischen Defekt (z.B. durch einen unsachgemäßen Ladevorgang) oder einer mechanischen Einwirkung (z.B. durch einen Stoß oder Fall) oder einer thermischen Überlastung. Durch einen beschädigten Akku kann eine explosionsartige Stichflamme entstehen und es können giftige Gase austreten, welche für Mitarbeiter, Betrieb und Umwelt ein hohes Risiko darstellen. Erhebliche finanzielle Verluste und Produktionsausfälle können die Folge für den Unternehmer sein.

Da Brände von Lithium-Ionen-Akkus nur schwer zu löschen sind und Wasser nur als Kühlmittel dienen kann, sollte beim Lagern und Laden der Akkus auf höchste Sicherheit Wert gelegt werden.

Bei der aktiven Lagerung werden Lithium-Ionen-Akkus mithilfe eines Ladegerätes aufgeladen. Während des Ladevorgangs entsteht Wärme. Wenn diese Wärme in Hitze umschlägt, kann es bei einem defekten Lithium-Ionen-Akku, einem defekten Ladegerät oder Verbindungskabel zu einem Brand kommen. Ein hoher Risikofaktor ist der „Thermal Runaway“ von Lithium-Ionen-Akkus, beispielsweise verursacht durch interne Kurzschlüsse. Die Folge hiervon ist ein explosionsartiges Abbrennen.
Das fatale an einem Akkubrand: Bei einem Lithium-Ionen-Akku kann es vorkommen, dass sich dieser zeitverzögert erneut entzündet, obwohl der Brand bereits gelöscht wurde. Dies liegt an der vorhandenen Restenergie.

 

►Welche Vorschriften sind für die Lagerung und den Umgang zu beachten?

Bisher gibt es keine öffentlich-rechtlichen Vorschriften für die Lagerung und Bereitstellung von Lithium-Ionen-Akkus. Somit ist es jedem Unternehmen selbst überlassen, welche Sicherheitsmaßnahmen zu treffen sind. Es empfiehlt sich aber in Zusammenarbeit mit beispielsweise Sachversicherern oder Feuerwehren ein individuelles Schutzkonzept für die Lagersituation zu erarbeiten. Als langjährige Experten in Sachen Gefahrstofflagerung und -handling stehen wir Ihnen selbstverständlich auch gerne zur Seite. Sprechen Sie uns einfach an!

Der Verband der Schadensversicherer (VdS) hat das Merkblatt 3101 mit Hinweisen zur Schadensverhütung bei der Bereitstellung von Lithium-Batterien in Produktions- und Lagerbereichen publiziert.

 

► Tipps, um das Risiko eines Brandes oder Explosion Ihres Lithium-Ionen-Akkus zu verringern

  • Herstellerhinweise beachten
    • Lesen Sie die Herstellerhinweise zur sicheren Lagerung und Handhabung
  • Thermische Belastungen vermeiden
    • Schützen Sie Ihren Akku vor direkter Sonneneinstrahlung: Die Wohlfühltemperatur von Lithium-Ionen-Akkus liegt zwischen 10 Grad und 25 Grad
    • Laden Sie Ihren Akku immer in brandgeschützter Umgebung mit ausreichend Luftzufuhr (Raumtemperatur), damit es zu keiner Überhitzung kommt
    • Vermeiden Sie die Lagerung von brennbaren Materialien in unmittelbarer Nähe
  • Beschädigungen vermeiden
    • Schützen Sie Ihren Akku gegen mechanische Einflüsse wie Stöße, Schläge oder Herunterfallen
    • Achten Sie auf mögliche Beschädigungen an Ihren Akkus und laden Sie beschädigte Akkus nicht aus. Warnzeichen sind beispielsweise Verformungen, Verfärbungen, Sengspuren, verschmorter Geruch oder Erhitzung ohne vorherigen Gebrauch
  • Zertifizierte oder Originale-Ladegeräte nutzen
    • Laden Sie den Akku ausschließlich mit zertifizierten Ladegeräten oder nutzen Sie Ladegeräte und Anweisungen des Herstellers
    • Nutzen Sie für Ihre Geräte immer Original-Akkus, da billig produzierte Akkus ein noch höheres Gefahrenpotenzial mit sich bringen
  • Laden Sie niemals Einwegbatterien auf
  • Zerlegen oder modifizieren Sie keine Lithium-Ionen-Akkus

 

► Unsere Empfehlung

Für das sichere Lagern und auch Laden von Lithium-Ionen-Akkus in einer brandgeschützten Umgebung, empfehlen wir den Gebrauch der asecos Sicherheitsschränke der ION-LINE
Diese Schrankmodelle sind speziell für die Lagerung und den Ladevorgang von Lithium-Ionen-Akkus entwickelt worden und bieten zertifizierten Brandschutz mit einer Feuerwiderstandsfähigkeit von 90 Minuten von innen nach außen und außen nach innen.

Somit wird verhindert, dass sich ein Brand von außen auf die Akkus im Schrankinneren auswirkt und ein Brand im Schrankinneren, ausgelöst durch die gelagerten Lithium-Ionen-Batterien oder -Akkus, sich auf die Umgebung ausbreitet. Dieses Sicherheitskonzept verschafft Ihren Mitarbeitern und den Rettungskräften wertvolle Zeit um das Gebäude zu evakuieren und den Brand unter Kontrolle zu bringen. 

 

► Expertentipp

Lagern Sie offensichtlich beschädigte Lithium-Ionen-Batterien grundsätzlich nicht innerhalb von Gebäuden. Entsorgen Sie diese unverzüglich in dafür vorgesehene, transportzugelassene Entsorgungsbehältnisse außerhalb vom Gebäude.

 

Die Modelle BATTERY STORE und BATTERY STORE PRO eignen sich für die passive Lagerung von Lithium-Ionen-Akkus. Für die aktive Lagerung eignen sich die Modelle BATTERY CHARGE und BATTERY CHARGE PRO.

Die Modelle BATTERY STORE PRO, BATTERY CHARGE und BATTERY CHARGE PRO sind mit einem Rauchmelder inkl. externem Alarmkontakt und Alarmweiterleitung/-aufschaltung an eine dauerhaft besetzte Gebäude-Leittechnik ausgestattet.

Schränke der Reihen BATTERY STORE PRO und BATTERY CHARGE PRO enthalten zusätzlich ein 3-stufiges Warn-/Brandunterdrückungssystem. 

► Das heißt: Perfekter Schutz bei der Lagerung und im Besonderen bei unbeaufsichtigten Ladevorgängen!

► Wie entsorge ich Lithium-Ionen-Batterien oder -Akkus richtig?

Jede zweite Lithium-Ionen-Batterie oder jeder zweite Lithium-Ionen-Akku landet fälschlicherweise noch immer im Haus- bzw. Restmüll. Durch diese falsch entsorgten Batterien und Akkus steigt das Brandrisiko immer weiter an.

Das Batteriegesetz (BattG) regelt unter anderem die Entsorgung von Altbatterien und Altakkus für Hersteller, Importeure, Exporteuer, Händler und auch Verbraucher. Somit ist jeder Verbraucher dazu verpflichtet, Altbatterien und Altakkus gesondert, an einer entsprechenden Sammelstelle zu entsorgen. Diese befinden sich überall, wo Batterien und Akkus verkauft werden.

Größere Lithium-Ionen-Akkus, beispielsweise aus E-Bikes oder Werkzeugen, gelten als Industriebatterien und werden kostenfrei vom Vertreiber zurückgenommen. Teilweise können diese Akkus auch über den Wertstoffhof entsorgt werden, bitte informieren Sie sich bei Ihrem zuständigen Wertstoffhof.