Höchste Vorsicht beim Umgang mit Flusssäure!

Sicherer Umgang und Lagerung

Wo wird Flusssäure eingesetzt?

Flusssäure wird sowohl konzentriert als auch in flusssäurehaltigen Produkten eingesetzt. Neben dem Einsatz in der klassischen Chemieindustrie und in Chemielaboratorien wird Flusssäure hauptsächlich in der Elektro-, Halbleiter- und Solarindustrie für die Oberflächenbehandlung verwendet.
Da die Chemikalie auch auf Glas ätzend wirkt, findet sie in der Glasverarbeitung zum Ätzen, Mattieren und Polieren Anwendung. Flusssäure befindet sich auch in Beizen zur Oberflächenbehandlung von Edelstahlteilen in Werkstätten.
Verdünnte Flusssäure kann Bestandteil verschiedener Entfettungs-, Wasch- und Reinigungsmittel für Industrie und Handwerk sein.

Zu den Schutzmaßnahmen bei der Arbeit mit Flusssäure gehört z.B. eine sorgfältige Gestaltung des Arbeitsplatzes, das Tragen von persönlicher Schutzausrüstung, insbesondere säurebeständige Schutzkleidung sowie eine sichere Lagerung von Flusssäure im Arbeitsraum.

Was ist Flusssäure und warum ist sie so gefährlich?

Schwere Arbeitsunfälle durch Flusssäure (HF), auch Fluorwasserstoffsäure genannt, geben aktuell Anlass, ausdrücklich auf die besonderen Gefahren dieser gefährlichen Säure hinzuweisen. Besonders die Folgen bei einer Kontamination der Haut mit hochkonzentrierter Flusssäure sind sehr schwer und Unfälle können oft tödlich enden.

 Flusssäure Einbaufach

Aufgrund ihrer extrem gefährlichen Eigenschaften ist nicht nur beim Umgang sondern auch bei der Lagerung von Flusssäure höchste Vorsicht geboten!

Flusssäure ist ätzend und sehr giftig. Sie durchdringt rasch die Haut, zerstört tiefere Gewebeschichten, bindet Kationen und kann darüber hinaus durch die Hemmung lebenswichtiger Enzyme zu akuten Stoffwechselstörungen und Störungen der Nierenfunktion führen. Bereits handtellergroße Kontaktflächen können zum Kreislaufzusammenbruch und Tod führen. Besonders tückisch ist, dass ein warnender Schmerz oft erst mit einer Verzögerung von mehreren Stunden auftritt.

Auch das Einatmen von Flusssäuredämpfen ist extrem gesundheitsschädlich. Bereits bei geringen Konzentrationen führt es zu Hustenreiz und Bronchialkatarrh. Die Einatmung höherer Konzentrationen führt zu schweren Verätzungen der Lungen mit Bildung von Lungenödemen.

 

Sonderfall: Lagerung von Flusssäure

Grundsätzlich erfolgt die Lagerung von Säuren- und Laugen in speziellen, belüfteten Säure-Laugen-Schränken. Die Lagerung von Flusssäure ist ein Sonderfall. Auf Grund der zusätzlichen Gefährdung muss Flusssäure insbesondere in Arbeitsräumen immer separat und unter Verschluss gelagert werden. Darüber hinaus ist die Chemikalie so aufzube­wahren, dass nur fach­kundige und zu­ver­lässige Per­sonen Zugang haben.

Um dieser Anforderung gerecht zu werden, hat asecos ein spezielles Einbaufach zur Lagerung von Flusssäure entwickelt. Erhältlich ist das Flusssäure-Einbaufach für die Säuren- und Laugen Hochschränke gemäß TRGS 510, Gefahrstoffverordnung.

Die Flusssäure-Box

Säure- und Laugenschrank mit separater Flusssäure-Box als Innenausstattungsvariante: Damit nur befugtes Personal zu der extrem gefährlichen Substanz Zugang hat.

  • Ermöglicht die separate Lagerung von Flusssäure im Schrankinnenraum.
  • Ist zusätzlich zum Schrank separat abschließbar und verfügt über eine entsprechende Kennzeichnung auf der Tür.
  • Bietet höchstmöglichen Schutz im Leckagefall: Das Flusssäure-Fach ist mit einer integrierten Auffangwanne aus korrosionsbeständigen Polypropylen ausgestattet.
  • Die Höhe der Auffangwanne ist so konzipiert, dass 1 Liter Gebinde aufrecht auf der Wanne und dem Einbaufach herausgenommen werden können. Dadurch ist zusätzliche Sicherheit gewährleistet.
  • Wird, über die vorhandene Absaugung vom Schrankinnenraum, technisch entlüftet.

Arbeiten mit Flusssäure – Vorbeugung und Schutzmaßnahmen

Um das Risiko von Arbeitsunfällen zu reduzieren, erfordert der Umgang mit Flusssäure eine Reihe von Schutzmaßnahmen. Diese werden im Abschnitt 6.3 im Merkblatt M005 "Fluorwasserstoff, Flusssäure und anorganische Fluoride" der Berufsgenossenschaft Rohstoffe und chemische Industrie (BG RCI) genannt. Darüber hinaus gibt das Merkblatt Hinweise auf  Stoffeigenschaften, Verwendung, Gesundheitsgefahren und Maßnahmen der Ersten Hilfe beim Umgang mit Flusssäure und deren anorganischen Verbindungen.

Was tun bei einer Verätzung durch Flusssäure?

Ist es zu einer Flusssäureverätzung gekommen, steht bei den Maßnahmen der ersten Hilfe das sofortige Handeln im Vordergrund. Hierbei kommt es nicht auf Minuten an, sondern auf Sekunden! Alle Ersthelfer und Mitarbeiter müssen über die Gesundheitsgefahren sowie über Erste Hilfe Maßnahmen bei einem Unfall mit Flusssäure unterrichtet sein und über das Verhalten bei Arbeitsunfällen unterwiesen werden.

Ein bewährtes Gegenmittel ist das Unterspritzen des geschädigten Gewebes mit einer Calciumgluconat-Lösung. Die Lösung alleine reicht allerdings nicht aus, denn Flusssäureunfälle gehören immer in ärztliche Behandlung. Daher sollte im Vorfeld die Erste-Hilfe-Kette zwischen Betrieb, Betriebsarzt, Krankenhaus oder dem Notdienst festgelegt werden. In der Praxis bewährt haben sich auch Erste-Hilfe-Spüllösungen (HEXAFLUORINE).

Eine Übersicht mit den wichtigsten Notrufnummern in Deutschland finden Sie HIER.