Referenzbroschüre: GAP-LINE Gefahrstoffarbeitsplatz

Projektzusammenfassung Anwendung: Gefahrstoffarbeitsplatz zur Restauration mit Lösemitteln Firma: Stadt Bochum – Stadtarchiv Standort: Bochum Branche: Öffentliche Einrichtung Realisiert durch asecos-Partner: B+G Balandis + Grewe GmbH, Bochum 45 Zwischen Gilb und Klebefilm Heikel für den Restaurator ist bei weitem nicht nur das Wurmstichige und Vergilbte früherer Jahrhunderte – eine echte Herausforderung für Günter Reimann und sein kleines Team sind die Hinterlassenschaften vor allem auch der jüngeren Zeit. Wofür sich einst Pilze und Holzwürmer reichlich Zeit nahmen, schaffen moderne Verwaltungsbeamte in ein paar Jahren und Jahrzehnten: Mit Klebebändern zum Beispiel, seit den frühen Sechzigern zum Flicken von Rissen genutzt, – oder den berüchtigten Klebefolien der 70er Jahre, mit denen man Urkunden und Aktenblätter komplett einbettete. Was damals haltbar machen sollte, wirkte sich langfristig zerstörerisch aus: In Form von verhornten, brüchigen und braun verfärbten Papiers. „Man kannte damals nichts Besseres“, meint Günter Reimann. Ethylacetat ist die Antwort, die der Restaurator heute auf den behördlichen Klebefilm zu geben weiß: Diese leicht entzündbare Chemikalie gefährdet allerdings Haut und Atemwege, so dass diese nur am asecos Gefahrstoffarbeitsplatz (GAP) verwendet wird. Das gleiche gilt für das äußerst giftige Dimethylformamid. Dieses Amid der Ameisensäure ist karzinogen und kann unfruchtbar machen – wird aber gebraucht, um alte, die Dokumente langfristig zerstörende Stempelfarben zu entfernen. Auch die früher in der Verwaltung üblichen Kopierstifte wirken sich verheerend aus. Damit zeichneten höhere Beamte mit ihrer jeweils eigenen Farbe zum Beispiel Dokumente ab – in Form einer Paraphe oder eines buchstäblichen Strichs durch die Rechnung. Kosteneffizient und praktikabel Vor Anschaffung des GAP konnte man die Restaurierung mit Chemikalien nur unter freiem Himmel durchführen – das war wetterabhängig und zuweilen ungemütlich. Günter Reimann lernte ihn auf der A+A in Düsseldorf kennen – das Preis-LeistungsVerhältnis und die Praktikabilität für seine Zwecke haben ihn überzeugt. Was man bei asecos gleich mit anbieten konnte: Die Chemikalien sollten in einem separaten Sicherheitsschrank und nicht unter dem GAP untergebracht werden. Dort braucht man nämlich Kniefreiheit, um die Geduld und Zeit erfordernden diffizilen Reparaturarbeiten in Ruhe durchführen zu können. Ein weiterer Vorteil: Es gibt außerdem genügend Steckdosen – wichtig zum Beispiel für die UV-Lampe, die man für Desinfizierungs- und Sterilisierungsarbeiten, etwa zum Entfernen von Schimmelpilz, benötigt. Die Zeit vor dem GAP mag sich Günter Reimann gar nicht mehr vorstellen – denn es gibt unendlich viele Tätigkeiten, die mit gesundheitsgefährdenden Chemikalien verbunden sind: Von den genannten Stoffen über den für die Oberflächendesinfizierung verwendeten 96%igen Alkohol bis hin zu Pattex, dessen Ausdünstungen hochentzündlich sind und sogar das Gehirn schädigen können: Ohne Absaugung würden gefährliche Gas-Luft-Gemische lange im Raum verbleiben. So fördert der Gefahrstoffarbeitsplatz die Gesundheit der Bochumer Restauratoren – und eine große Passion.

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