Referenzbroschüre: GAP-LINE Gefahrstoffarbeitsplatz

44 Günter Reimann ist ein leidenschaftlicher Liebhaber – und zwar vor allem für Geschriebenes und Gedrucktes. So ist er seit Jahrzehnten Bewohner zweier Welten: Als Privatmann kreiert er kostbare Bucheinbände (eine von ihm gestaltete Ausgabe des Sonnengesangs von Augustinus findet sich sogar im Mainzer Gutenbergmuseum) – und im Stadtarchiv Bochum beschäftigt er sich mit der Rettung alter Bücher und Dokumente. „Das ist für mich eine Symbiose, die man in keinem anderen Beruf findet“, sagt der Buchbindermeister, der in Ascona im schweizerischen Tessin Restaurierung für Buch und Papier studierte, als es dieses Studienfach in Deutschland noch gar nicht gab. Der Umfang des im Stadtarchiv Bochum zu rettenden Schrifttums – dazu gehören auch die Bestände des Heimatmuseums – kann man sich nicht umfangreich genug vorstellen. Pergamentene Verträge aus dem Mittelalter, alte Prachtausgaben literarischer Klassiker lagern hier genauso wie Nachlässe von Privatleuten und Dokumente aufgelöster Ämter. Eine enorme Sammlung, die durchaus „Kopfschmerzen bereitet“, was man Günter Reimann ohne weiteres glaubt, wenn man erfährt, dass die Zeitung aus der Nazizeit ebenso für die Nachwelt konserviert werden muss, wie der Strafzettel für den Parksünder von heute. All das gibt uns und den kommenden Generationen Nachricht von Vergangenem, ist selbst vergänglich und muss deshalb restauriert werden. Stadt Bochum, Stadtarchiv | Deutschland RETTER AUS LEIDENSCHAFT

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