Referenzbroschüre: GAP-LINE Gefahrstoffarbeitsplatz

30 Nicht, dass es aus Gründen des Arbeitsschutzes nötig wäre – aber es kann gut sein, dass der asecos Gefahrstoffarbeitsplatz im Kesselhaus der Justizvollzugsanstalt Landsberg am Lech der am besten gesicherte seiner Art ist. Bis man „von draußen“ bis hierher gelangt, muss der Justizvollzugsbeamte schon mindestens ein halbes Dutzend mal sein schweres Schlüsselbund aus der Schutzhülle ziehen und manches Tor und viele Türen öffnen. Denn in dem historischen Gefängnisbauwerk sitzen immerhin im Schnitt mehr als 700 Gefangene ein, die hier eine Freiheitsstrafe verbüßen. Der im ersten Jahrzehnt des 20. Jahrhundert gebaute „panoptische“ Bau – so bezeichnet man eine Struktur, die es erlaubt, von einem Zentrum aus die sternförmig von ihm ausgehenden Gefangenentrakte einzusehen – wurde regelmäßig modernisiert. Vor allem seit den 60er Jahren kam es zu Neu- und Umbaumaßnahmen, so dass man sich nicht mehr recht vorstellen mag, dass hier einst der Mörder des bayerischen Ministerpräsidenten Kurt Eisner einsaß (1919), Hitler hier in Festungshaft war, ebenso wie Heß und Streicher. Energie aus Wasserdampf Das Kesselhaus ist das gefängniseigene Energie-Kraftwerk. Vier große Dampfkessel stehen hier – zwei davon decken die Heizungsanlage ab, und weitere zwei Kessel versorgen die Brauchwassererwärmung und die Küche: Hier wird nämlich in industriellem Maßstab auf Dampfherden gekocht. Auch die Wäscherei der JVA wird mit Dampf beliefert: Deren Wäschemangeln, Waschmaschinen und Trockner nutzen dessen Hitze und brauchen deshalb keine Heizspiralen. Die gesamte JVA wird also von hier aus beheizt und betrieben – einschließlich der sieben Werkhallen, in denen die Gefangenen arbeiten und auch ausgebildet werden: So gibt es hier u.a. eine Buchbinderei, eine Schneiderei und eine Kfz-Werkstätte. Justizvollzugsanstalt Landsberg am Lech | Deutschland HINTER GITTERN

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