Referenzbroschüre: GAP-LINE Gefahrstoffarbeitsplatz

22 Prof. Hartmut Arps, Direktor des Instituts für Pathologie am Klinikum Fulda, erkennt es an der Optik: Hat er krankes Gewebe unter seinem Mikroskop, weichen dessen blassrosafarbenen Strukturen mehr oder weniger deutlich vom Bild des Gesunden ab – etwa in ihrer Färbung, in der Anordnung der Zellkerne oder der Größe der Zellen. Dies zu sehen, bedarf intimer Kenntnis ihres normalen Zustands und Aussehens. Man braucht sozusagen ein umfassendes Bilder-Wissen von der Textur unseres Inneren mit all seinen spezialisierten Zellformen – von Binde- bis Nervengewebe, von der Herz- bis zur Leberzelle. Verbunden mit langjähriger wissenschaftliche Erfahrung kann der Pathologe entscheiden, ob und wie der Patient erkrankt ist. Abgesehen von der Untersuchung Verstorbener (ein Teil des medizinischen Qualitätsmanagements), besteht die Aufgabe der Pathologie vor allem in der Unterstützung der behandelnden Ärzte aus der Klinik selbst sowie aus umliegenden Praxen bei der Erkennung von Krankheiten und ihrer Ursachen – in enger Zusammenarbeit mit den Pathologen. Diese spielen nämlich, wie Prof. Arps betont, zunehmend eine beratende Rolle bei der Suche nach der richtigen Therapie. Von Formalin bis Xylol Damit das optische Vergleichsverfahren überhaupt durchgeführt werden kann, muss das Gewebe so vorbereitet werden, dass es sich zu sogenannten Schnitten, also zu gleichmäßigen dünnen Proben verarbeiten lässt. Dafür brauchen die Pathologen eine ganze Reihe gesundheitsgefährdender Stoffe wie Xylol oder Formalin: In letzterem wird frisches und infektiöses Material fixiert. Wichtiger noch ist ein weiterer Vorbereitungsschritt: Sichtbar wird die Abweichung der Gewebezusammensetzung von der Norm nämlich erst durch spezielle Färbeverfahren – davon gibt es freilich rund 30 bis 40 verschiedene. Ein Standardverfahren ist beispielsweise die HE-Färbung mit Hämatoxylin und Eosin. Insgesamt braucht man ungefähr 15 verschiedene Chemikalien, um eine solche Färbung durchzuführen. Umfassendes Sicherheitskonzept Der vor den Ausdünstungen dieser Stoffe schützende asecos Gefahrstoffarbeitsplatz ist Teil eines umfassenden Sicherheitskonzepts, wie Werner Hüfner erläutert. Er ist der für die gesamte Klinik zuständige Sicherheitsingenieur. Einen solchen zu haben, ist den Krankenhäusern berufsgenossenschaftlich vorgeschrieben – er sorgt für die Einhaltung der arbeitsschutzrechtlichen Vorschriften. Klinikum Fulda gAG, Pathologie | Deutschland KRANKHEITS-BILDER

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