Referenzbroschüre: GAP-LINE Gefahrstoffarbeitsplatz

Referenzbroschüre Gefahrstoffarbeitsplätze in der Praxis

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3 In der heutigen Arbeitswelt sind Verfahren zum Trennen, Synthetisieren, Analysieren oder Filtrieren von Stoffen ein wichtiger Bestandteil. Bei vielen dazu angewandten Techniken sind Chemikalien notwendig. Und sobald schädliche Chemikalien Anwendung finden oder Endprodukte mit gesundheits- oder umweltgefährdenden Eigenschaften entstehen, muss Sorge getragen sein, dass Mensch und Umwelt bestmöglich vor Gefahr geschützt sind. WWenn beim täglichen Arbeiten mit Gefahrstoffen schädliche oder giftige Dämpfe entstehen, dann bewahren Gefahrstoffarbeitsplätze vor Schäden. Wie schützt der Gefahrstoffarbeitsplatz? Für das Arbeiten mit Gefahrstoffen ist entscheidend, dass gefährliche Dämpfe, Gase oder Schwebstoffe sofort an der Entstehungs- bzw. Austrittsstelle erfasst werden. Die optimale Kombination aus Zu- und Abluft sorgt dafür, dass Schadstoffe sicher und effizient im Gefahrstoffarbeitsplatz zurückgehalten und abgesaugt werden, bevor Sie zu einer Gefahr für Mensch und Umwelt werden können.

Sven Sievers, Bereichsleiter Produktmanagement & Produktentwicklung bei asecos ››› Technische Entlüftung – für maximalen Gesundheitsschutz und Ihre Sicherheit. 4

5 Gefahrstoffarbeitsplätze in der Praxis Inhaltsverzeichnis 1 2 3 4 5 Gefahrstoffarbeitsplätze 1.1 Die Funktionsweise .................................................................................................... Seite 6–7 1.2 Erläuterung DIN EN 14175 – Teil 3 ........................................................................... Seite 8–9 1.3 Ausstattungsmerkmale ............................................................................................. Seite 10–11 Praxisvarianten 2.1 Einsatzübersicht ......................................................................................................... Seite 12–13 2.2 Verarbeitende Industrie ............................................................................................. Seite 14–19 • Tausendvierhundert Grad – Düker GmbH & Co. KGaA • The Spirit Of Water – Aloys F. Dornbracht GmbH &Co. KG 2.3 Medizin & Gesundheitswesen .................................................................................. Seite 20–27 • Krankheits-Bilder – Klinikum Fulda gAG • Forschung International – Medizinische Universität Innsbruck • Besser geschützt – Laboratorium Pathologie Oost Nederland 2.4 Öffentlicher Dienst ................................................................................................... Seite 28–33 • Hinter Gittern – Justizvollzugsanstalt Landsberg am Lech • Eine Kölner Task Force – Berufsfeuerwehr der Stadt Köln 2.5 Messtechnik ............................................................................................................. Seite 34–41 • Im Fluss – Enderess+Hauser Flowtec AG • Sichere Halbleiterreinigung – Canberra Semiconductor • Absaughaube wird durch GAP ersetzt – LSI Laboratory Services International 2.6 Restaurierung ........................................................................................................... Seite 42–45 • Retter aus Leidenschaft – Stadt Bochum 2.7 Lebensmittelkontrolle ............................................................................................... Seite 46–49 • Im Namen des Verbrauchers – Chemisches und Veterinäruntersuchungsamt 2.8 Wissen & Forschung ................................................................................................. Seite 50–53 • Die Jäger der weissen Fliege – Bayer CropScience AG Modellübersicht 3.1 asecos Test- und Applikationscenter ......................................................................... Seite 54–55 asecos Sicherheitskonzept 4.1 Die asecos Serviceleistungen ..................................................................................... Seite 56–57 asecos Lieferprogramm 5.1 Produktübersicht ....................................................................................................... Seite 58–59

1 2 3 4 5 6 7 6 Zuluft in das Öffnungsfenster Radialventilator Zuluft Aluminium-Rohrrahmen Frischluftschleier oben Frischluftschleier unten Prallwand Abluft

7 Eine effiziente und sichere Rückhaltung der Schadstoffe im Gefahrstoffarbeitsplatz kann nur durch eine optimale Kombination aus Zu- und Abluft erfolgen. Das Rückhaltevermögen des Gefahrstoffarbeitsplatzes ist in hohem Maße von den erreichten Luftgeschwindigkeiten des Zuluftstromes des Gerätes abhängig. Die Erhöhung der Zuluftmenge bedingt immer auch gleichzeitig eine Erhöhung der Abluftmenge. Um Schadstoffe optimal zu erfassen und vom Menschen wegzuführen sind hohe Luftgeschwindigkeiten im Bereich der Frontöffnung erforderlich. Nur mit diesem Zusammenspiel wird verhindert, dass Schadstoffe an der Rückwand eventuell „abprallen“ können und nach vorne aus dem Gefahrstoffarbeitsplatz herausgespült werden. Frischluftschleier Der asecos-Gefahrstoffarbeitsplatz kann aufgrund seiner optimalen Abluftführung und mit Einsatz der Frischluftschleier im oberen und unteren Bereich der Frontöffnung diese oben beschriebenen Anforderung erfüllen: - Frischluftschleier über einen leistungs- starken Radialventilator, Zuluft wird aus dem Arbeitsraum angesaugt - Weiterleitung der Zuluft in, über Eckkno- ten miteinander verbundene, Aluminium- Rahmenprofile - im Rohrrahmen entstehender Überdruck versorgt die beiden um 45° nach innen geneigten Frischluftschleier - im Arbeitsbereich vorhandene bzw. ent- stehende Gefahrstoffe (Gase, Dämpfe oder Schwebstoffe) werden sicher erfasst und nach hinten an die Prallwand ge- schoben - optimal wirksame Absaugung, effiziente Erfassung der Gefahrstoffe über die An- saugschlitze und Weiterleitung in das Ab- luftsystem - der Gefahrstoffarbeitsplatz muss generell an eine geeignete bauseitige Abluftanlage angeschlossen werden. Sicherheit bei der Schadstofferfassung Der Gefahrstoffarbeitsplatz bietet dem Anwender durch gezieltes Ausblasen von Reinluftschleiern im Frontbereich und Absaugung an der Rückwand – eine höchst effiziente Form der Schadstofferfassung. Sicherheit in der Funktion - permanente Anzeige der lufttechnischen Funktion durch serienmäßig eingebaute lufttechnische Überwachungseinrichtung - Überwachung der vorhandenen Luftmen- gen im Ab- und Zuluftschacht per Druck- messung - integrierte Druckdosen mit einstellbarem Sollwert, eingestellt auf die erforderlichen Soll- (Mindest-) Luftmengen - Alarmsignal (akustisch und optisch) bei ca. 10%-iger Abweichung gegenüber den eingestellten Luftwerten. Der optische Alarm erlischt nur, wenn die eingestellten Sollwerte wieder erreicht werden. - optionaler potentialfreier Alarmkontakt zur Weiterleitung an eine zentrale Leitstel- le - integrierter Akku zur Funktionssicherung der gesamten Überwachungseinheit auch bei Stromausfall Fazit Die Gefahrstoffarbeitsplätze von asecos gewährleisten durch a) optimal aufeinander abgestimmte Frischluftschleier im Bereich der Front- öffnung b) die optimal gestaltete Abluftführung c) die serienmäßige lufttechnische Über- wachungseinrichtung ein Höchstmaß an Sicherheit und Gesundheitsschutz für den Anwender Wie funktioniert der asecos-Gefahrstoffarbeitsplatz?

8 Lufttechnische Prüfung nach DIN EN 14175 – Teil 3 Was bedeutet das? Die DIN EN 14175 besteht aus den folgenden Teilen: Teil 1: Begriffe Teil 2: Anforderungen an Sicherheit und Leistungsvermögen Teil 3: Baumusterprüfverfahren Teil 4: Vor-Ort-Prüfverfahren Teil 5: Empfehlungen für Installation und Wartung Teil 6: Volumenstromgeregelte Abzüge Teil 7: Abzüge für hohe thermische und Säurelasten (Abrauchabzüge) Ziel: Ziel des Teil 3 der Europäischen Norm EN 14175 ist die Festlegung von Baumusterprüfverfahren zur Bewertung der Sicherheit und des Leistungsvermögens der Luftströmung von Abzügen. Gemäß Gefahrstoffverordnung und Arbeitsstättenverordnung müssen freiwerdende gefährliche Dämpfe, Gase oder Schwebstoffe an ihrer Austritts- oder Entstehungsstelle vollständig erfasst werden, bevor sie gesundheits- oder umweltschädigend wirken können. Der asecos-Gefahrstoffarbeitsplatz stellt mit hoher Wirksamkeit sicher, dass keine Dämpfe, Gase oder Schwebstoffe beim Umgang mit gefährlichen Arbeitsstoffen (zum Beispiel beim Umfüllen, Kleben, Reinigen, Präparieren, Wiegen etc.) die Atemluft belasten. Nachgewiesen wurde dies durch Prüfungen nach der seit 2003 gültigen DIN EN 14175 Teil 3 „Baumusterprüfverfahren für Abzüge“, Abs 5.4 (Robustheit des Rückhaltevermögens). Zusätzlich wird bei bestimmungsgemäßem Gebrauch sichergestellt, dass sich im Inneren keine explosionsfähigen Gas-Luft-Gemische bilden (wir weisen dies durch eine weitere Prüfung nach heute nicht mehr gültiger DIN 12924 Teil 1, Anreicherung von Schadgasen im Innenraum nach). Anmerkung: Die niedrigsten bekannten Explosionsgrenzen liegen bei ca. 6000 ppm (untere Explosionsgrenze (UEG) von Nonan). Die Prüfung nach DIN 12924 Teil 1 hinsichtlich der max. Schadstoffkonzentration im Innenraum definiert eine max. zulässige Konzentration von 2000 ppm Schadstoff (dies bedeutet einen Sicherheitsfaktor von mindestens 3). Die asecos Gefahrstoffarbeitsplätze haben in dieser Prüfung nachweislich eine max. Schadstoffkonzentration nicht über 320 ppm erreicht. Für den Anwender wird eine ca. 20-fach höhere Sicherheit und somit weit über die Anforderungen der DIN 12924 Teil 1 hinaus erreicht. Durchgeführt wurden alle Prüfungen von anerkannten und zertifizierten Prüfinstituten. Prüfaufbau: • Zur Prüfung der Robustheit des Rückhaltevermögens werden direkt vor dem Gefahrstoffarbeitsplatz auf einer Messebene parallel zur Frontöffnung neun Probennehmer auf einem Gitter angeordnet (siehe hierzu auch Bild 2). • Zusätzlich wird vor dem Gefahrstoffarbeitsplatz eine flache, rechteckige Platte mit einer Höhe von 1900 mm und einer Breite von 400 mm (beweglich parallel zur Frontöffnung) aufgebaut. • Die Platte wird während der Prüfung der Effektivität des Rückhaltevermögens mit einer Geschwindigkeit von 1 m/s quer zur Vorderseite über die gesamte Breite des Gefahrstoffarbeitsplatzes hin und her bewegt. • Als Prüfgas wird ein Gemisch von Schwefelhexafluorid (SF6) mit Stickstoff (N2) mit einem Volumenanteil von 10 % SF6 verwendet. Prüfdurchführung: • Die senkrechte und im rechten Winkel stehende Platte wird mit einer Geschwindigkeit von 1 m/s quer zur Vorderseite vor- und rückwärts bewegt. • Der Bewegungsweg der Platte reicht auf jeder Seite min. 600 mm über die Gesamtbreite hinaus. • Die Zeit zwischen jeder Querung beträgt 30 s. Die Prüfgaskonzentration wird gemessen und aufgezeichnet. • Nach 60 s wird die Bewegung der Platte gestartet und sechs vollständige Querungen werden durchgeführt. • Das Messsignal des Gasanalysators zeichnet noch weitere 30 s auf. • Der Prüfgasauslass wird abgestellt und die Daten werden ausgewertet. Im Prüfbericht werden die ausgewerteten Messungen zusammengetragen und aufgelistet. Die erreichten Ergebnisse bei den durchgeführten Prüfungen zeichnen die herausragenden Leistungsfähigkeiten der asecos-Gefahrstoffarbeitsplätze aus. Fazit: Bei ordnungsgemäßem Gebrauch des Gefahrstoffarbeitsplatzes kann es durch die weit unter den nach DIN 12924 Teil 1 zulässigen Werten liegenden Schadstoffkonzentrationen nicht zur Bildung von explosionsfähigen Gas-Luft-Gemischen kommen!

1 2 3 1 2 3 Messebene mit neun Probenehmern bewegliche Platte parallel zur Vorderseite des Gefahrstoffarbeitsplatzes angeordnet Gefahrstoffarbeitsplatz 9 Bild 1 Bild 2 Bild 3

10 Abluftüberwachung • Mit optischem und akustischem Alarm • Optional mit potenialfreiem Alarmkontakt • Standardmäßig mit potentialfreiem Schaltkontakt z. B. zum Ansteuern bauseitiger Abluftanlagen Blendfreie Beleuchtung • Moderne helle LED Leuchte blendfrei angeordnet • LED Beleuchtung 4000 K neutralweiß (min. 500 Lux auf der Arbeitsfläche) • Beleuchtung startet sobald der Gefahrstoffarbeitsplatz betriebssicher und einsatzbereit ist Aluminium-Rohrrahmen- Konstruktion • Robuste, verwindungssteife Konstruktion, geringes Eigengewicht, geringe Bodenbelastung • Eloxierte Oberfläche, hohe Chemikalienbeständigkeit • Integrierter Ein-/Ausschalter Schutzkontakt-Steckdosen • Spritzwassergeschützt IP 54, standardmäßig im Medienkanal integriert (min. 2 Stück) • Zusätzliche Steckdosen auf Anfrage (auch ohne Medienkanal möglich) Transparente Seitenscheiben • Optimale Helligkeit im Gefahrstoffarbeitsplatz • Seitenscheiben aus 5 mm ESG • Optional auch in geschlossener Ausführung aus melaminharzbeschichteten Spezialwerkstoffplatten Prallwand • Leicht umlegbar für optimale Reinigung • Einfache Reinigung im gesamten Innenbereich • Rückwand optional in transparenter Ausführung, ideal bei Aufstellung in der Mitte eines Raumes Medienanschlüsse • In Mediensockel oder Medienkanal, zum Einbau verschiedenster Medienversorgungen wie Wasser, Gas, Druckluft etc. Arbeitsflächen • Je nach Anforderung wahlweise aus: melaminharzbeschichteter Spezialwerkstoffplatte, Edelstahl 1.4301 oder technischer Keramik • Gefahrstoffarbeitsplatz auch ohne Arbeitsfläche erhältlich, ideal zur Aufstellung auf vorhandene Arbeitsflächen oder zur Einhausung bestehender Apparate/Arbeitsverfahren Untergestelle • Wahlweise für stehende oder sitzende Tätigkeiten • Stabile Rohrrahmenkonstruktion, Materialstärke 4 mm, lichtgrau pulverbeschichtet (ähnlich RAL 7035) • Höhenverstellbar mittels Stellfüßen, optional passende Verblendungen 10Perfekt ergänzt mit Typ90-Unterbauschränken • Benötigte Gefahrstoffe direkt an der Verwendungsstelle sicher lagern und entsorgen Im Überblick: Die Modelllinie GAP-LINE

1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 Für weiterführende Informationen / technische Angaben zu den Produkten wenden Sie sich bitte an Ihren Fachberater.

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3 4 5 6 1 2 13 1. Gefahrstoffarbeitsplatz zum Kle- ben, Vergießen, Reinigen bei der Firma Endress+Hauser Flowtec AG in Reinach, Schweiz. 4. Gefahrstoffarbeitsplatz mit Versorgungs- system beim Chemischen und Veteri- näruntersuchungsamt Rhein-Ruhr-Wup- per in Krefeld. 2. Gefahrstoffarbeitsplatz zur Restaura- tion mit Lösemitteln beim Stadtarchiv in Bochum. 5. Gefahrstoffarbeitsplatz zur Untersuchung chemischer Proben bei der Firma Bayer CropScience AG in Monheim. 3. Gefahrstoffarbeitsplatz für die Unter- suchung von Gewebeproben an der Medizinischen Universität in Innsbruck, Österreich. 6. Gefahrstoffarbeitsplatz auf mobilem Untersuchungsfahrzeug bei der Berufs- feuerwehr in Köln. GEFAHRSTOFFARBEITSPLÄTZE IN DER PRAXIS

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16 Mit der Historie des Karlstädter Herstellers von Eisenguss-Produkten kann es so leicht kein anderer Mittelständler aufnehmen: Der Grundstein der heutigen Firma Düker wurde nämlich bereits in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts gelegt, genauer gesagt, im Jahr 1469. Viele der damaligen verarbeitenden Industrien, etwa die Glasbläserei, brauchten Teile aus Gusseisen – und noch Jahrhunderte lang benötigte man dieses Material für friedliche (zum Beispiel Kirchturmglocken und Wasserrohre) und weniger friedliche Zwecke (zum Beispiel für Kanonen). Heute, rund 550 Jahre später, ist Düker eine der größten deutschen Eisengießereien: Rund 700 Mitarbeiter erwirtschaften hier über 105 Millionen Euro im Jahr (Stand 2010). Glühendes Eisen Der Rohstoff Eisen wird in Karlstadt unter anderem aus Metallschrott in riesigen Öfen bei 1.400 Grad Celsius geschmolzen. So ergießt es sich orangefarben glühend in Formen aus einer speziellen gefestigten Sandmasse. So entstehen verschiedenste Formstücke, Armaturen und Produkte für die Abflusstechnik. Zur Herstellung von Eisenrohren nutzt man unter anderem ein spezielles „Schleudergussverfahren“: das heiße Eisen wird dafür in sogenannte Kokillen eingeleitet, durch deren Rotation besonders glatte Rohre entstehen. Auch Dritthersteller können sich bei Düker Gusseisenteile herstellen lassen – damit beschäftigt sich der Geschäftsbereich „Kundenguss“. Das komplexe Know-how und die lange Erfahrung der Eisengießer machen sich beispielsweise Maschinenbauer zunutze, die für ihre eigenen Produkte hochwertige Gusseisenteile benötigen. In einer der Eisengießerei vorgelagerten Halle – hier befindet sich auch der Gefahrstoffarbeitsplatz (GAP) von asecos – entstehen die Modelle und Negativformen für den Guss der bestellten Teile. Am Anfang war die Zeichnung Leiter der Abteilung Modellbau ist Mathias Huber: „Am Anfang steht die Zeichnung unseres Kunden“, erläutert er. „Dabei kann es sich um so völlig unterschiedliche Dinge handeln wie Gehäuse für Industrienähmaschinen oder Rasenmäher, aber auch das Getriebegehäuse für einen LKW oder eine Lok“. Um letztlich zu einer Gussform für das Düker GmbH & Co. KGaA | Deutschland TAUSENDVIERHUNDERT GRAD

17 Projektzusammenfassung Anwendung: Gefahrstoffarbeitsplatz mit Sondermaßen zur Herstellung von Kunststoffmodellen Firma: Düker GmbH & Co. KGaA Standort: Karlstadt Branche: Hersteller von Armaturen und Druckrohrformstücken Realisiert durch asecos-Partner: Günther Fachhandel, Bad Neustadt/Saale bestellte Stück zu kommen, bringen die Modellbauer diese Zeichnung erst einmal in die dritte Dimension, fertigen also ein Modell aus Kunststoff an – das geschieht entweder computergesteuert oder manuell. Im asecos Gefahrstoffarbeitsplatz wird dieser Kunststoff gemischt und verarbeitet: Dazu mixen die Modellbauer zwei Komponenten, nämlich Epoxydharz und ein Härtungsmittel, in einem ganz bestimmten Verhältnis, das zum gewünschten Härtegrad führt. Ohne die Absaugung durch den GAP wäre das ein gesundheitsgefährdendes und schädliches Unterfangen – die Ausdünstungen der Komponenten reizen zum Beispiel Augen und Atemwege. Gesundheit schützen – Kosten einsparen Vor den gesundheitlichen Gefährdungen des Kunststoffgießens und -verarbeitens schützten sich die Mitarbeiter bei Düker auch schon bevor die Modellbauabteilung in den heutigen Hallen-Neubau mit dem GAP einzog. Damals verwendete man für diese Tätigkeit aber noch einen Extraraum mit einer eigenen großen Absauganlage für die schädlichen Dämpfe. Dies stellte sich als unnötig aufwendig heraus, denn der gesundheitsgefährdende Anteil an der Gesamttätigkeit der Modellbauer ist verhältnismäßig sehr gering – auch was den dafür erforderlichen Platz betrifft. Die Entscheidung für die GAP-Lösung brachte deshalb einen erheblichen Kostenvorteil mit sich. Jetzt spart man bei Düker nicht nur Platz, sondern auch Heiz- und Energiekosten. Von der Praktikabilität dieser Lösung konnten sich die Modellbauer vorher im Test- und Applikationscenter bei asecos in Gründau persönlich überzeugen. Damit die bis zu 650 x 850 mm großen Modellplatten bequem in den GAP hineinpassen, brauchte man eine entsprechende Arbeitsplatte mit Sondermaß in der Tiefe – dazu kam noch eine Mischwanne mit Ablauf zum Anrühren des Kunststoffharzes. Das Ergebnis bewährt sich seit Jahren – entsprechend zufrieden sind die Modellbauer bei Düker, wie Mathias Huber berichtet: Der GAP wurde sofort angenommen – als sicher, effizient und praktisch.

18 Elegante Formensprache und hochwertige Verarbeitung machen die Armaturen und Accessoires von Dornbracht zu Objekten der Begierde bei Freunden guten und zugleich funktionalen Designs. Hergestellt werden sie in einer großzügigen und tageslichterhellten Produktionshalle im westfälischen Iserlohn, in der auch ein asecos-Gefahrstoffarbeitsplatz eingerichtet ist. Wer sich zwischen den hochmodernen Produktionsanlagen umschaut, spürt sofort den kreativen Geist und die inspirierende Atmosphäre des traditionsreichen Unternehmens. Galvanisierung macht schön Die Armaturen werden in dieser Halle galvanisiert, wie Sonja Tonat, Meisterin im Galvaniseur-Handwerk, erläutert. Das bedeutet knapp zusammengefasst: Die hier unter anderem hergestellten „Wasserausläufe“ (nur vom Laien „Wasserhähne“ genannt) bestehen aus Messing. Ihre schönen und beständigen Oberflächen verdanken sie erst einer mittels Gleichstrom aufgebrachten metallischen Beschichtung. Diese erhalten die Rohteile in schutzglasbewehrten Aloys F. Dornbracht GmbH & Co. KG | Deutschland THE SPIRIT OF WATER

Projektzusammenfassung Anwendung: Gefahrstoffarbeitsplatz mit Umluftfilteranlage, keine Anbindung an bauseitige Abluft Firma: Aloys F. Dornbracht GmbH & Co. KG Standort: Iserlohn Branche: Hersteller Armaturen Realisiert durch asecos-Partner: ENVIBOW, Lohmar 19 Produktionsstraßen, wo die einzelnen Teile an speziellen Aufhängungen nacheinander in verschiedene Spül- und Galvanisationsbecken getaucht werden. Den Anfang macht meistens eine Nickelschicht, die, bei polierten, also hochglänzenden Armaturen, für eine glatte und glänzende Oberfläche sorgt. Ist die Oberfläche der Armaturenteile gebürstet, werden diese in einem speziellen Mattnickelbad galvanisiert, damit die Struktur erhalten bleibt. In beiden Fällen dient diese hauchdünne Nickelschicht von gerade mal 10 bis 15 µm auch dem Schutz der Armatur oder des Accessoires vor Korrosion. Erst im letzten Schritt erhält das Stück seine dekorative, also letztlich die sichtbare Schicht – aus Gold oder Platin zum Beispiel. Schutz für Gavaros Arm Der asecos-Gefahrstoffarbeitsplatz ist nun in einer besonders innovativen Abteilung der Produktionshalle zu finden – dort, wo die „Gavaros“ stehen, ein Akronym für „Galvanisierungs-Roboter“. Diese etwa 1,5 Meter hohen Greifarm-Automaten sind eine Gemeinschaftsentwicklung von Dornbracht, dem Anlagenbauer Carat und Kiesow, einem Lieferanten für Grundchemikalien in der Galvanotechnik. Sie erledigen den ganzen Prozess der GalvanisierungsTauchbäder für ein Teil innerhalb von 9 Minuten – im Vergleich zu den 45 Minuten, die die herkömmlichen Anlagen brauchen, ist das ein enormer Zeitgewinn. Nach einem exakt errechneten Programm taucht der Roboter die Teile nacheinander in die einzelnen Bäder – weshalb sein metallener Greifarm mit einem speziellen Gummi davor geschützt werden muss, gleich mitgalvanisiert zu werden. Diese Gummi-Schutzschicht muss regelmäßig erneuert werden. Dazu tunken die Galvaniseure den Roboterarm in eine Gummimasse. Damit diese Masse wiederum flüssig bleibt, lagert sie bei 130°C konstant in einer speziellen Wanne – was die halbe Halle in einen höchst unerfreulichen Gestank tauchen würde, stünde sie nicht sicher in dem Gefahrstoffarbeitsplatz von asecos, der die Ausdünstungen sicher nach hinten absaugt. Hier können die Mitarbeiter mit der jederzeit gebrauchsfertigen Gummimasse arbeiten – geruchs- und belastungsfrei. Modularität und Flexibilität Der Gefahrstoffarbeitsplatz fügt sich noch aus einem weiteren Grunde hervorragend in die moderne Produktionswelt von Dornbracht ein: Der High-end-Hersteller folgt bei seiner Produktion dem Konzept der „fraktalen Fabrik“ – mit dezentralen statt streng hierarchischen Strukturen und einer starken Betonung der Autonomie ihrer Abteilungen. Vor allem Modularität und Flexibilität sind wesentliche Prinzipien: Sie antizipieren und ermöglichen den Wandel in Produktion und Raumnutzung, der dem Unternehmen die Behauptung seiner Spitzenstellung im Wettbewerb sichert. Dazu passt kein Produktionsmittel oder Gerät von der Stange, wie Sonja Tonat betont – und asecos erfüllte die hohen Ansprüche des Qualitätsherstellers mit Schnelligkeit, Erreichbarkeit und bedarfsgerechter Umsetzung. Ein Durchbrechen der Hallendecke war beispielsweise strikt zu vermeiden: Gelöst wurde dies durch eine Sonderanfertigung des Gefahrstoffarbeitsplatzes, der frei im Raum versetzbar ist. Die Entlüftung funktioniert ohne die sonst eingesetzten festen Abluftschläuche nach draußen. Diese übliche Verfahrensweise hätte nämlich einen Wand- oder Deckendurchbruch erforderlich gemacht – das widerspräche dem flexiblen Produktionskonzept, welches die jederzeitige problemlose Versetzbarkeit der Geräte verlangt. Statt dessen arbeitet der Gefahrstoffarbeitsplatz mit einer flexiblen Umluft-Filtereinheit, die gleichzeitig den erhöhten Ansprüchen des Umweltschutzes genügt: Die abgesaugten Schadstoffe adsorbiert sie mit Hilfe eines integrierten Aktivkohlefilterpakets. So leistet der Gefahrstoffarbeitsplatz bei Dornbracht einen wesentlichen Beitrag zu einer zukunftssicheren, modularen Produktionsstätte.

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22 Prof. Hartmut Arps, Direktor des Instituts für Pathologie am Klinikum Fulda, erkennt es an der Optik: Hat er krankes Gewebe unter seinem Mikroskop, weichen dessen blassrosafarbenen Strukturen mehr oder weniger deutlich vom Bild des Gesunden ab – etwa in ihrer Färbung, in der Anordnung der Zellkerne oder der Größe der Zellen. Dies zu sehen, bedarf intimer Kenntnis ihres normalen Zustands und Aussehens. Man braucht sozusagen ein umfassendes Bilder-Wissen von der Textur unseres Inneren mit all seinen spezialisierten Zellformen – von Binde- bis Nervengewebe, von der Herz- bis zur Leberzelle. Verbunden mit langjähriger wissenschaftliche Erfahrung kann der Pathologe entscheiden, ob und wie der Patient erkrankt ist. Abgesehen von der Untersuchung Verstorbener (ein Teil des medizinischen Qualitätsmanagements), besteht die Aufgabe der Pathologie vor allem in der Unterstützung der behandelnden Ärzte aus der Klinik selbst sowie aus umliegenden Praxen bei der Erkennung von Krankheiten und ihrer Ursachen – in enger Zusammenarbeit mit den Pathologen. Diese spielen nämlich, wie Prof. Arps betont, zunehmend eine beratende Rolle bei der Suche nach der richtigen Therapie. Von Formalin bis Xylol Damit das optische Vergleichsverfahren überhaupt durchgeführt werden kann, muss das Gewebe so vorbereitet werden, dass es sich zu sogenannten Schnitten, also zu gleichmäßigen dünnen Proben verarbeiten lässt. Dafür brauchen die Pathologen eine ganze Reihe gesundheitsgefährdender Stoffe wie Xylol oder Formalin: In letzterem wird frisches und infektiöses Material fixiert. Wichtiger noch ist ein weiterer Vorbereitungsschritt: Sichtbar wird die Abweichung der Gewebezusammensetzung von der Norm nämlich erst durch spezielle Färbeverfahren – davon gibt es freilich rund 30 bis 40 verschiedene. Ein Standardverfahren ist beispielsweise die HE-Färbung mit Hämatoxylin und Eosin. Insgesamt braucht man ungefähr 15 verschiedene Chemikalien, um eine solche Färbung durchzuführen. Umfassendes Sicherheitskonzept Der vor den Ausdünstungen dieser Stoffe schützende asecos Gefahrstoffarbeitsplatz ist Teil eines umfassenden Sicherheitskonzepts, wie Werner Hüfner erläutert. Er ist der für die gesamte Klinik zuständige Sicherheitsingenieur. Einen solchen zu haben, ist den Krankenhäusern berufsgenossenschaftlich vorgeschrieben – er sorgt für die Einhaltung der arbeitsschutzrechtlichen Vorschriften. Klinikum Fulda gAG, Pathologie | Deutschland KRANKHEITS-BILDER

Projektzusammenfassung Anwendung: Gefahrstoffarbeitsplatz mit Unterbauschrank und Frontblende zur Vorbereitung von Gewebeproben, Verwendung von bspw. Xylol und Formalin Firma: Klinikum Fulda gAG, Pathologie Standort: Fulda Branche: Krankenhäuser Realisiert durch asecos-Partner: Vogel GmbH & Co. KG, Gießen 23 Für einen optimalen Personenschutz halten eine Vielzahl von Sicherheitsmaßnahmen die Gesundheits-, Explosions- bzw. Brandgefahr so gering wie möglich: Durch eine gut organisierte Chemikalienbevorratung in Gefahrstoffschränken von asecos – und dadurch, dass einzelne Arbeitsschritte, die nicht mit einander zusammenhängen, durch Aufteilung auf verschiedene Räume entzerrt werden: „So ist der Mitarbeiter, dessen jeweilige Tätigkeit mit einer biologischen Gefährdung verbunden ist, nicht auch noch überflüssigerweise durch dort stehende Chemikalien gefährdet, die er gar nicht braucht“, erläutert Werner Hüwfner. Komfortabel und sicher Für die eigentlichen Arbeiten mit den Chemikalien verwenden die Mitarbeiter der Pathologie mehrere individuell eingepasste asecos Gefahrstoffarbeitsplätze. Nicole Sturm, Medizinisch-Technische Assistentin schätzt eine ganze Reihe von Vorzügen des GAP, an dem sie täglich arbeitet: „Die Absaugung ist bequem zuschaltbar, so dass absolut kein Gefahrstoff beim Anwender ankommt. Außerdem ist der Arbeitsplatz sehr gut beleuchtet und es gibt ausreichend Steckdosen“. Zusätzliche Sicherheit vermittelt die transparente Kunststoff-Front: Sie ist horizontal geteilt und lässt sich hochklappen, so dass man arbeiten kann und oben durch die Scheibe hindurch sieht, was man tut. Schließt man den GAP nach getaner Arbeit, lassen sich von außen zum Beispiel eventuelle Nachreaktionszeiten von Proben beobachten, ohne dass der GAP geöffnet werden müsste. Einen erheblichen Vorteil sehen Prof. Arps und seine Kolleginnen und Kollegen auch in der praktischen Kombination der Gefahrstoffarbeitsplätze mit den universell einsetzbaren Gefahrstoffschränken von asecos. Bei letzteren lobt Prof. Arps insbesondere das technisch ausgereifte Frischluftmanagement, den hohen Brandschutz (F 90) und die praktischen Falttüren. Insgesamt habe man jetzt nicht nur einen hocheffektiven Mitarbeiterschutz, sondern ein „hochsichereres, modulares, wartungs- und bediensicheres Gesamtsystem“. „Die Absaugung ist bequem zuschaltbar, so dass absolut kein Gefahrstoff beim Anwender ankommt.“

24 Es geht multikulturell zu im Urologielabor von Prof. Helmut Klocker an der Medizinischen Universität Innsbruck. Englisch ist die Lingua Franca am Schwarzen Brett, Aushänge bewerben „Deutsch als Fremdsprache“. Die Internationalität der hier tätigen Forscher hat zu tun mit dem Schwerpunkt des Forschungs- und Routinelabors: die Früherkennung von Prostatakrebs – unter anderem im Rahmen eines Tirol-weiten Screening-Programms. Der weltweite Austausch unter Wissenschaftlern ist prägend für diesen Forschungszweig. Zudem forscht man hier im Rahmen europäischer Projekte wie z.B. im Marie-Curie-Programm und nimmt teil an international ausgerichteten Doktoratsprogrammen. Die Erfolge der medizinischen Erforschung des Prostatakarzinoms sind ganz allgemein gesehen unverkennbar, wenn man sich die Entwicklung der vergangenen zwei Jahrzehnte betrachtet, so Klocker. Schaue man auf die Statistiken, so sei die auf diese Erkrankung zurückgehende Sterblichkeit signifikant gesunken. Seit rund 18 Jahren betreibe man systematische Früherkennungsprogramme – und etwa seit Mitte der 90er Jahre sinke die Zahl der daran versterbenden Patienten kontinuierlich. Grund ist aus Sicht des Fachmanns die Tatsache, dass man dank der breitangelegten Screenings in der Lage ist, den Tumor immer früher zu erkennen. Und im frühen Stadium ist er mit der passenden Therapie aus Chirurgie oder Strahlenbehandlung und mit der entsprechenden Nachsorge durchaus heilbar. Medizinische Universität Innsbruck, Urologielabor | Österreich FORSCHUNG INTERNATIONAL

Projektzusammenfassung Anwendung: Gefahrstoffarbeitsplatz mit Sondermaßen für die Untersuchung von Gewebeproben Firma: Medizinische Universität Innsbruck – Urologielabor Standort: Innsbruck, AT Branche: Universitätskliniken Realisiert durch asecos-Partner: Bartelt GmbH, Graz 25 Mechanismen der Resistenzbildung Die Hauptproblematik, um die sich die Forscher hier im etwa 25 Mitarbeiter starken Urologielabor befassen, ist die TherapieResistenzentwicklung bei Hormontherapien, die bei fortgeschrittenen Tumorstadien angewandt werden: Sie versuchen, ein besseres Verständnis für die Mechanismen zu finden, die diese Resistenzbildungen im Einzelnen herbeiführen. Eine wichtige Methode dafür ist die Suche nach sogenannten Markern: Das sind bestimmte messbare Werte in Blut, Harn oder Gewebe, die jeweils auf ganz bestimmte krankhafte Prozesse im Körper hinweisen – und deren Auftreten umgekehrt auf das Vorhandensein etwa eines Tumors schließen lassen. Mit systembiologischen Methoden – also unter Beachtung der Gesamtheit aller Prozesse im Organismus – versucht man hier in Innsbruck, insbesondere solche Marker aufzuspüren, die eine klare Unterscheidung zwischen harmlosen und aggressiven Tumoren erlauben. „Das ist derzeit eines der Hauptforschungsthemen dieses Bereichs“, so Helmut Klocker. Die Forschungsergebnisse unterstützen dabei, diejenigen Tumore frühzeitig zu finden, die rasch behandelt werden müssen – aber eben auch diejenigen, bei denen dies nicht erforderlich ist. Zell- und Molekularbiologie In der konkreten Laborarbeit werden unter anderem Gewebeproben von Patienten untersucht, die gerade operiert wurden, oder deren Behandlung abgeschlossen ist. Anhand von Zellkulturmodellen werden zell- und molekularbiologische Untersuchungen durchgeführt: Man behandelt sie zum Beispiel mit Medikamenten oder es wird getestet, wie die Zellkulturen auf verschiedene Bedingungen reagieren: Wachsen sie schnell oder langsam? Sterben sie ab? Und was sind jeweils die Ursachen dafür? Bei diesen Experimenten hantieren die Forscher manchmal auch mit flüchtigen Lösungsmitteln. Diese einzuatmen ist gesundheitsgefährdend, deshalb nutzt man sie nur unter den asecos Gefahrstoffarbeitsplätzen. Das giftige Xylol etwa kommt bei der Untersuchung von Gewebeschnitten zum Einsatz – etwa zur Entfernung des in der Histologie gebräuchlichen Paraffins. Zur Isolierung von RNA oder DNA wiederum braucht man Mercaptoethanol, ein ebenfalls giftiges Mittel, das unter anderem Verätzungen auf der Haut bewirken kann. Teils sind die verwendeten Stoffe auch deshalb gefährlich, weil sie entzündbare Gas-Luft-Gemische bilden können. Deshalb, so Prof. Klocker, „brauchen wir hier ein zuverlässiges und langlebiges Gerät“. Ergänzend zum Gefahrstoffarbeitsplatz hat das Labor anlässlich seines Umzugs in neue Räume einen Sicherheitsschrank von asecos angeschafft, in dem sämtliche gesundheitsschädlichen Laborlösemittel aufbewahrt werden. Insgesamt verfügt die Abteilung jetzt über eine ganzheitliche Lösung, die den österreichischen Vorschriften zum Arbeitnehmerschutz entspricht. Durch die Spezialanfertigung in 1,80 Metern Breite und einer hohen Anzahl an Medienanschlüssen für Strom, Druckluft, Wasser und Gas unterstützt der Gefahrstoffarbeitsplatz optimal bei der täglichen Arbeit.

26 Die Stiftung „Laboratorium Pathologie Oost Nederland“ in Enschede ist für die Regionen Twente und Achterhoek zuständig. Das Labor ist das größte seiner Art in den Niederlanden. Aufgabengebiet sind Zellen- und Gewebeanalysen von Biotopen, Tumoren, Knochen und des Skeletts. Anfang 2010 wurde dort ein Gefahrstoffarbeitsplatz mit Verdrängungsströmung an einem vorhandenen Schneidetisch eingerichtet. Im Labor konnte somit die vorhandene Formaldehydbelastung auf den gewünschten Wert verringert werden. Pathologen verwenden das Gas für die Fixierung von Geweben. Um die Risiken auf ein Mindestmaß zu beschränken, werden die Gewebe auf einem speziellen Edelstahltisch präpariert, der mit einem speziellen Lüftungssystem ausgestattet ist. Das Labor in Enschede verfügt über ein höhenverstellbares Exemplar mit einer Auffangwanne, Formaldehydausguss und Formaldehydhahn. Die Arbeitsplatte ist 1900 mm breit und 850 mm tief und wurde vom Zulieferer mit einem Absaugsystem ausgestattet, welches direkt von der Arbeitsplatte absaugt. Das System hat eine Saugleistung von 1000 m3 pro Stunde. Dieses Lüftungsverfahren funktioniert prinzipiell gut, da die Aldehyd-Dämpfe schwerer als Luft sind und so kaum aufsteigen. Wird das Gas jedoch verwirbelt, kann es auch nach oben strömen, vor allem wenn viel Gas binnen kurzer Zeit benutzt wird. Das Absaugen des Aldehyds über die Aussparungen in dem belüfteten Schneidetisch reicht in diesem Fall nicht mehr aus. Selbst mit einer zusätzlichen Direktabsaugung waren die Konzentrationen im „Laboratorium Pathologie Oost Nederland“ nach wie vor zu hoch. Laboratorium Pathologie Oost Nederland | Niederlande BESSER GESCHÜTZT VOR FORMALDEHYD

Projektzusammenfassung Anwendung: Gefahrstoffarbeitsplatz zur Gewebeuntersuchung Firma: Laboratorium Pathologie Oost Nederland Standort: Enschede (Niederlande) Branche: Klinisches Labor Realisiert durch asecos-Partner: DENIOS BV 27 Es bedurfte also einer weiteren Vorrichtung, damit die höchstzulässige Konzentration nicht überschritten wurde. Aus diesem Grund wurde Anfang 2010 ein Gefahrstoffarbeitsplatz (GAP) ohne Arbeitsplatte an den vorhandenen Schneidetisch montiert. Das Lüftungssystem an diesem GAP erzeugt Verdrängungsströmung. So entsteht ein paralleler Luftstrom an der Rückseite des Arbeitsplatzes. Der GAP führt die schädlichen Gase und Dämpfe ab, so dass die Mitarbeiter möglichst wenig davon einatmen. In Verbindung mit dem Absaugsystem des Schneidetisches ist so ein ausreichender Schutz vor unerwünschten Belastungen gewährleistet. Absolute Verbesserung Nach Aussage der Labormitarbeiter haben sich die Arbeitsbedingungen seit der Einrichtung des Gefahrstoffarbeitsplatzes deutlich verbessert. „Dank dieser Lösung können wir den Zeitraum bis zum Umzug gut überbrücken“, lautet der Kommentar einer der leitenden Laboranten. „In diesem Gebäude sehe ich keine anderen Möglichkeiten zur Senkung der Belastung. Es fehlt einfach an Raum. Außerdem bleiben wir nur noch zwei Jahre hier. Inzwischen sahen wir uns natürlich mit einer Verschärfung der Vorschriften konfrontiert. Es wurden zu viel Dämpfe freigesetzt, besonders bei bestimmten Arbeiten, wie zum Beispiel beim Dichten. Der Schneidetisch war auf das Absaugen einer bestimmten stündlichen Menge ausgelegt. Bei zu großen Mengen konnte daher etwas Formaldehyd austreten.“ Der Abzug ist nun den ganzen Arbeitstag lang eingeschaltet. Zu Recht, sagen die Labormitarbeiter: „Dieser Arbeitsplatz ist nahezu ständig besetzt. Wir haben die zu hohe Belastung herabsetzen können. Es ist zwar eine Überbrückungslösung, doch erfüllen wir jetzt die Anforderungen.“ Der GAP wurde an einem Wochenende installiert. Die Arbeit konnte so werktags ungehindert weiterlaufen. „Denios hat das sehr gut gelöst.“ asecos führt nun einmal jährlich die sicherheitstechnische Überprüfung aller Absaugungen durch und prüft die Sicherheitsschränke auf ihre Funktionstüchtigkeit. Eine externe Firma misst die Lüftung der Tische. Für die Mitarbeiter hat sich die Lage auf jeden Fall verbessert.“ Formaldehyd Formaldehyd ist eine flüchtige organische Verbindung mit einem stechenden Geruch. Das Gas kann Reizungen der Augen, Nase und Atemwege hervorrufen. Bei längerem Kontakt mit der Substanz kann diese sogar krebserregend wirken. In den vergangenen Jahren wurden neue Erkenntnisse über die Risiken von Formaldehyd bekannt. Formaldehyd ist demnach sogar noch gefährlicher als angenommen. Dies führte zur Verschärfung der Vorschriften und so wurde die höchstzulässige Aldehydkonzentration gesenkt.

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30 Nicht, dass es aus Gründen des Arbeitsschutzes nötig wäre – aber es kann gut sein, dass der asecos Gefahrstoffarbeitsplatz im Kesselhaus der Justizvollzugsanstalt Landsberg am Lech der am besten gesicherte seiner Art ist. Bis man „von draußen“ bis hierher gelangt, muss der Justizvollzugsbeamte schon mindestens ein halbes Dutzend mal sein schweres Schlüsselbund aus der Schutzhülle ziehen und manches Tor und viele Türen öffnen. Denn in dem historischen Gefängnisbauwerk sitzen immerhin im Schnitt mehr als 700 Gefangene ein, die hier eine Freiheitsstrafe verbüßen. Der im ersten Jahrzehnt des 20. Jahrhundert gebaute „panoptische“ Bau – so bezeichnet man eine Struktur, die es erlaubt, von einem Zentrum aus die sternförmig von ihm ausgehenden Gefangenentrakte einzusehen – wurde regelmäßig modernisiert. Vor allem seit den 60er Jahren kam es zu Neu- und Umbaumaßnahmen, so dass man sich nicht mehr recht vorstellen mag, dass hier einst der Mörder des bayerischen Ministerpräsidenten Kurt Eisner einsaß (1919), Hitler hier in Festungshaft war, ebenso wie Heß und Streicher. Energie aus Wasserdampf Das Kesselhaus ist das gefängniseigene Energie-Kraftwerk. Vier große Dampfkessel stehen hier – zwei davon decken die Heizungsanlage ab, und weitere zwei Kessel versorgen die Brauchwassererwärmung und die Küche: Hier wird nämlich in industriellem Maßstab auf Dampfherden gekocht. Auch die Wäscherei der JVA wird mit Dampf beliefert: Deren Wäschemangeln, Waschmaschinen und Trockner nutzen dessen Hitze und brauchen deshalb keine Heizspiralen. Die gesamte JVA wird also von hier aus beheizt und betrieben – einschließlich der sieben Werkhallen, in denen die Gefangenen arbeiten und auch ausgebildet werden: So gibt es hier u.a. eine Buchbinderei, eine Schneiderei und eine Kfz-Werkstätte. Justizvollzugsanstalt Landsberg am Lech | Deutschland HINTER GITTERN

Projektzusammenfassung Anwendung: Gefahrstoffarbeitsplatz mit Unterbauschrank zur Untersuchung von Wasserproben Firma: Justizvollzugsanstalt Landsberg am Lech Standort: Landsberg Branche: Behörden Realisiert durch asecos-Partner: CVent 31 Korrosionsfreie Kessel Vom Funktionieren der Dampfkessel hängt also der gesamte JVA-Betrieb ab – zuständig für ihre Überwachung ist unter anderem der gelernte Zentralheizungs- und Lüftungsbauer Martin B. (sein vollständiger Name muss aus Sicherheitsgründen ungenannt bleiben), der sich mit seinen Kollegen im Dreischichten-Dienst bei der Überwachung und Kontrolle der Anlage abwechselt. Jedem Dampfkessel ist ein mit Stadtgas betriebener Gasbrenner vorgeschaltet, der zunächst ganz normales Wasser erhitzt, aus dem dann im Kessel – ähnlich wie in einem Schnellkochtopf – der Dampf hergestellt wird, der dann wiederum an Küche, Wäscherei, etc. weitergeleitet wird. Damit dieser Kessel keinen Schaden nimmt, muss das Wasser in einer Osmoseanlage entkalkt werden – und ein Sauerstoffbindemittel muss zugesetzt werden, damit die Anlage nicht korrodiert. Eine Phosphatverbindung verhindert zu diesem Zweck Ablagerungen an der Kesselwand. Messungen im Schichtdienst Martin B. und seine Kollegen entnehmen den Kesseln regelmäßig Wasserproben und prüfen den Härtegrad des Wassers. Außerdem kontrollieren sie durch Messungen, ob das richtige Mischungsverhältnis aus Kesselwasser, Kieselsäure und Sauerstoff gegeben ist – dafür gibt es Vorgaben seitens des Kesselherstellers, und auch der TÜV nimmt die Anlage regelmäßig ab. Für diese ständigen Messungen setzt man zum Beispiel Salzsäure und Ammoniak ein – beides gefährliche Chemikalien: Ammoniak ist schwerer als Luft, zieht nicht ab, sondern sammelt sich am Boden, was zur Erstickung der hier arbeitenden Menschen führen kann. Diese Messungen nehmen Martin B. und seine Kollegen ausschließlich an ihrem asecos Gefahrstoffarbeitsplatz vor, der für einen konstanten Abzug der gesundheitsschädlichen Dämpfe sorgt. Bevor er angeschafft wurde, mussten sie die Messungen sicherheitshalber unter freiem Himmel vornehmen, bis der Arbeitsschutzbeauftragte der JVA für eine bessere Lösung sorgte: „Jetzt haben wir eine für all unsere Anforderungen sehr gut abgestimmte, kompakte Lösung: Einen Gefahrstoffarbeitsplatz, der alle Dämpfe zuverlässig absaugt – und es gibt eine ausreichende Beleuchtung, genügend Steckdosen, Kalt- und Warmwasseranschluss“. Auch der asecos Sicherheits-Unterbauschrank, in dem jetzt alle Chemikalien ihren festen Platz haben und sicher aufbewahrt werden können, überzeugt Martin B., dessen Resümee gut oberbayerisch ausfällt: „Das passt“. „Jetzt haben wir eine für all unsere Anforderungen sehr gut abgestimmte, kompakte Lösung [...]“

32 Besucht ein Laie die Berufsfeuerwehr Köln, erkennt dieser zunächst nur einen großen roten Kasten – etwa von der Größe eines luxuriösen Wohnwagens. Betritt er dann freilich den „AB-ATF“ – das steht für „Abrollbehälter Analytische Task Force“ – durch die Eingangstür an einer der Langseiten des Containers, umfängt ihn eine Arbeitsatmosphäre aus Messinstrumenten, Rechnern und einem Gefahrstoffarbeitsplatz von asecos. Die Berufsfeuerwehr Köln ist einer von sieben vom Bund eingerichteten ATF-Standorten in Deutschland: Diese analytischen Task Forces spielen eine wichtige Rolle bei der nichtpolizeilichen Gefahrenabwehr durch die Feuerwehr, wie Dr. Volker Ruster, Leiter des Kölner ATF-Standorts, erläutert: Ist zum Beispiel bei einem Brand unklar, mit welchen Stoffen man es zu tun hat, lässt sich im AB-ATF eine umfassende Gefahrstoffanalytik betreiben. Dabei handelt es sich in erster Linie um die qualitative Analyse – also die Identifikation der Stoffe. Isocyanat oder Benzoylchlorid? Meistens erfährt die Feuerwehr schon beim Ausrücken, ob und mit welchen Gefahrstoffen zur rechnen ist, sagt Volker Ruster: Es steht in den Ladepapieren eines Spediteurs oder kann der Gefahrstoffkennzeichnung eines etwa verunglückten Fahrzeugs entnommen werden. Bei Unfällen in der chemischen Industrie hat man einen Ansprechpartner, der die Einsatzkräfte informiert. Problematisch ist die Lage allerdings – und hier kommt der AB-ATF zum Zuge – wenn solche Informationen fehlen. So kann es vorkommen, dass einschlägige Lagerpapiere verbrannt sind – oder Zweifel an der Richtigkeit der Kennzeichnung besteht. Volker Ruster nennt ein Beispiel: In der Nähe fuhr ein Gabelstapler in einen Stapel Fässer. Der Speditionsbetrieb zeigte Transportpapiere vor, die den Aufklebern auf den Fässern widersprachen: Drin sein sollte ein Isocyanat (ein Mittel, das bei der Kunststoffherstellung gebraucht wird) – tatsächlich war es Benzoylchlorid. Für die Berufsfeuerwehr der Stadt Köln | Deutschland EINE KÖLNER TASK FORCE

Projektzusammenfassung Anwendung: Gefahrstoffarbeitsplatz auf mobilem Untersuchungsfahrzeug Firma: Berufsfeuerwehr der Stadt Köln Standort: Köln Branche: Feuerwehr Realisiert durch asecos-Partner: Dünschede Fahrzeugbau GmbH & Co. KG, Meschede 33 schnelle und richtige ärztliche Versorgung ist der Unterschied entscheidend – in anderen Fällen kann er lebenswichtig sein. Zu fünft an Bord Bei einem Einsatz wird der Abrollbehälter auf einen LKW geladen, von dem er dank seiner Rollen genau dort abgerollt und aufgestellt werden kann, wo er benötigt wird. Er wird dann von fünf Feuerwehrmännern, bzw. -frauen besetzt, von denen einer entweder Chemiker oder Chemieingenieur ist. Sie alle haben zudem eine Spezialausbildung „Analytische Task Force“ absolviert. Mit an Bord ist neben allerlei Zubehör von Funkausstattung über Desktoptelefone bis zu Internetzugang und Wetterstation vor allem ein Gaschromatograf und Massenspektrometer zur Messung gasförmiger und verdampfbarer Stoffe sowie ein Infrarotspektrometer für feste und flüssige Stoffe. Dem Gefahrstoffarbeitsplatz (GAP) kommt nun im praktischen Ablauf der Analyse eine zentrale Rolle zu: Die draußen operierenden Einsatzkräfte reichen die zu untersuchenden Stoffe über eine Außenklappe in eine Probenschleuse, die ihrerseits – von einer Innenklappe getrennt – direkt an den GAP angrenzt. Die Proben können also mit einem Griff von der Schleuse direkt in den Gefahrstoffarbeitsplatz geholt werden und dort nach und nach abgearbeitet werden. Giftige Dämpfe der Stoffe selbst, aber auch die Ausdünstungen von Lösungsmitteln werden konstant abgesaugt, so dass der Chemiker die Probe gefahrlos für die Messgeräte aufarbeiten kann. GAP-Spezialanfertigung Der asecos Gefahrstoffarbeitsplatz im ABATF ist eine Spezialanfertigung mit magnetisch sicher zu befestigenden Acryl-Frontklappen zum Hochklappen. Dazu kommt die innenliegende Extraklappe für die Probenschleuse. Und an der Unterseite ist der GAP mit einem ebenfalls von asecos gelieferten Gefahrstoffschrank verbunden – hier werden sämtliche erforderlichen Chemikalien, darunter Lösungsmittel, Säuren und Laugen, sicher gelagert. Der Einsatz im Ernstfall ist zum Glück selten, wie Volker Ruster feststellt: Aber der AB-ATF ist dennoch im Dauerhärtetest, denn geübt wird darin jeden Tag und in jeder Schicht: Die Feuerwehrleute, die Technik und der Gefahrstoffarbeitsplatz bewähren sich täglich – rund um die Uhr.

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36 Durchfluss ist in der Industrie eine der am häufigsten erfassten Prozessgrößen. Wasser, Erdgas, Erdöl, Chemikalien, Abwässer sind nur einige Beispiele für Stoffe, die tagtäglich gemessen werden. Es gibt viele verschiedene Messtechniken. Aber keine, die sich gleichzeitig für alle Anwendungen eignet. Deswegen produziert Endress+Hauser Flowtec AG eine umfangreiche Produktpalette für die Durchflussmessung von Flüssigkeiten, Gasen und Dampf. Ultraschall Endress+Hauser Flowtec AG ist wie der Name schon sagt, ein Spezialist für die Durchflussmesstechnik und zählt international zu den führenden Herstellern. Alle modernen Messprinzipien kommen zum Einsatz, so auch die Durchflussmessung mit Ultraschalll. Die Ultraschall-Durchflussmessung nach dem Laufzeit-Differenzverfahren basiert auf einer einfachen physikalischen Tatsache: Gegen den Strom zu schwimmen benötigt mehr Kraft und Zeit als mit dem Strom zu schwimmen. Zwei oder mehrere Sensorpaare senden und empfangen dabei gleichzeitig Ultraschallimpulse. Bei Nulldurchfluss empfangen die Sensoren die ausgesandten Ultraschallimpulse jeweils zur selben Zeit, d.h. ohne Laufzeitdifferenz. Fließt hingegen ein Stoff durch die Messgeräte, benötigen die Ultraschallwellen unterschiedliche (strömungsbedingte) Laufzeiten, bis sie den jeweils anderen Sensor erreichen. Aus dieser gemessenen „Laufzeitdifferenz” werden letztendlich die Fließgeschwindigkeit und damit das Durchflussvolumen abgeleitet. Schutz aus einem Guss Den Gefahrstoffarbeitsplatz von asecos brauchen die Mess-Experten von Endress+Hauser in der Produktion dieser Geräte. Dazu gehört es auch, sicherzustellen, dass Wasser, Feuchtigkeit und Stäube den empfindlichen elektronischen Baugruppen in den Messgeräten nichts anhaben können. Elektrische Teile, wie die „Piezos“, die durch Schwingungen Ultraschallwellen erzeugen, dürfen nicht mit Endress+Hauser Flowtec AG | Deutschland IM FLUSS

Projektzusammenfassung Anwendung: Gefahrstoffarbeitsplatz zum Kleben, Vergießen, Reinigen Firma: Endress+Hauser Flowtec AG Standort: Reinach (CH) Branche: Elektronik Realisiert durch asecos-Partner: Waldner AG 37 zündfähiger Athmosphäre in Kontakt kommen. Die Piezoräume müssen deshalb von Hand mit Verguss isoliert werden, damit sie auch für explosionsgefährdete Umgebungen taugen. Für diesen Vorgang des Klebens und Vergießens, aber auch zur Reinigung der zur Herstellung der Messgeräte verwendeten Formen, braucht man verschiedene Lösemittel und Klebstoffe. Dabei entstehen jeweils gesundheitsgefährdende Dämpfe, vor denen die Mitarbeiter geschützt werden müssen. Ergonomisch und sicher Der Gefahrstoffarbeitsplatz von asecos ist für diese Anforderungen die ideale Lösung, wie Andreas Suter berichtet. Der Maschinenbauingenieur betreut in der Sparte „Coriolis“ bei Endress+Hauser die Fertigungsunterstützung: Er definiert auf Grundlage der Analyse der einzelnen Tätigkeitsschritte effiziente Workflows für ein schnelles, rationelles, sicheres und ergonomisches Arbeiten. Vor der Entscheidung für den GAP kam Andreas Suter eigens in das asecos Test- und Applikationscenter. Dort kann man die konkrete Anwendung praktisch ausprobieren, ein Angebot, das bei Endress+Hauser ebenso überzeugte wie der umfassende 24-Stunden-Service, den asecos im Fall nötiger Ersatzteile oder Reparturen anbietet. Zusätzliche Steckdosen und Druckluftanschlüsse waren problemlos erhältlich – und die Gestaltung in RAL 5012, der Hausfarbe von Endress+Hauser. Auch preislich war die Anschaffung eine interessante Alternative zu einem herkömmlichen Abzug, so Andreas Suter, der auch die Zusammenarbeit mit den asecos-Technikern lobt. Vor allem aber bemerkten die Mitarbeiter die positive Veränderung sofort: Die Geruchsbelästigung nahm deutlich ab.

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