asecos Hauptkatalog 2022 (CH) - Sicheres Arbeiten mit Gefahrstoffen

322 Welche Grenzwerte sind für die Tätigkeiten mit Gefahrstoffen relevant? Bei Tätigkeiten mit Gefahrstoffen müssen Beschäftigte vor stoffbedingten Gefahren und Schädigungen geschützt werden. Für die Beurteilung von Gesundheitsgefahren beim Umgang mit und Lagern von Gefahrstoffen sind folgende Grenzwerte von Bedeutung: ››› Grenzwerte nach REACH DNEL: Derived No-Effect Level (abgeleitete Expositionshöhe ohne Wirkung) (durch Hersteller oder Importeure/Inverkehrbringer) DMEL: Derived Minimum Effect Level Risikobasierte Grenzwerte für krebserzeugende und keimzellmutagene Stoffe (in REACH nicht vorgesehen, nur in rechtlich nicht verbindlichen ECHA-Leitlinien) ››› Grenzwerte nach Gefahrstoffverordnung/TRGS 900 AGW: Arbeitsplatzgrenzwerte vs. MAK: Maximale Arbeitsplatzkonzentration ››› Krebserzeugende Gefahrstoffe nach TRGS 910 ERB: Expositions-Risiko-Beziehungen vs. TRK: Technische Richtkonzentration Absaugung von Gefahrstoffen Die Konzentrationsverhältnisse zwischen Geruchschwellenwert (GSW), Arbeitsplatzgrenzwert (AGW), Kurzzeitwert (KZW) und unterer Explosionsgrenze (UEG) sind auf der folgenden Abbildung veranschaulicht: Eine mögliche Gesundheitsgefahr lässt sich auch über den Geruchsschwellenwert (GSW) ableiten. Unangenehme oder gar belästigende Gerüche sollten immer als erstes Anzeichen für mögliche Gesundheitsrisiken bei der Arbeit mit Gefahrstoffen dienen. Zur Bewertung möglicher Explosionsgefahren bei Tätigkeiten mit brennbaren Gefahrstoffen ist darüber hinaus die untere Explosionsgrenze (UEG) heranzuziehen. Der Arbeitsplatzgrenzwert (AGW) als rechtlich verbindlicher Grenzwert Der Arbeitsplatzgrenzwert (AGW) ist der Grenzwert für die zeitlich gewichtete durchschnittliche Konzentration eines Stoffes in der Luft am Arbeitsplatz in Bezug auf einen gegebenen Referenzzeitraum. Er gibt an, bei welcher Konzentration eines Stoffes akute oder chronische, schädliche Auswirkungen auf die Gesundheit im Allgemeinen nicht zu erwarten sind. Arbeitsplatzgrenzwerte sind Schichtmittelwerte bei (in der Regel) täglich 8-stündiger Exposition an fünf Tagen pro Woche während der Lebensarbeitszeit. Die Bezeichnung Maximale Arbeitsplatzkonzentration (MAK-Wert) wird in Deutschland weiterhin von der MAK-Werte-Kommission zur Prüfung gesundheitsschädlicher Arbeitsstoffe der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) verwendet. Diese Kommission veröffentlicht jährlich Vorschläge für MAK-Werte, wobei sie sich an dem empfindlichsten Wert mit gesundheitlicher Relevanz eines Gefahrstoffs, dem sogenannten NOAEL-Wert (No Observed Adverse Effect Level) orientiert. Der Ausschuss für Gefahrstoffe (AGS) prüft die Vorschläge und übernimmt sie gegebenenfalls in die GefStoffV/TRGS 900. Für die Beurteilung der inhalativen Exposition wird die Konzentration C eines Stoffes in der Luft mit folgenden Maßeinheiten herangezogen: ml/m³ = ppm (parts per million) bzw. mg/m³. Ethylacetat Ethanol Toluol Xylol Heptan 800 ppm 800 ppm Kurzzeitwert (KZW) 200 ppm 200 ppm 2.000 ppm 400 ppm 200 ppm Arbeitsplatzgrenzwert (AGW) 50 ppm 100 ppm 500 ppm ab << 1 ppm ~ab 10 ppm Geruchsschwellenwert (GSW) 0,15 ppm < 1 ppm ~250 ppm Untere Explosionsgrenze (UEG) 2,1 Vol-% = 21.000 ppm 3,1 Vol-% = 31.000 ppm ~1,0 Vol-% = 10.000 ppm

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