15Apr2021 Innovationen & Produkte Die sichere Lagerung von Druckgasflaschen

Gase sind in den verschiedensten Bereichen zu finden, denn ohne sie wären viele Prozesse nicht möglich. Der Umgang mit Gasen birgt jedoch spezielle Gefahren, die auf ihre chemisch-physikalischen Eigenschaften oder auf leichtfertige Handhabung und Lagerung zurückzuführen sein können. 
Aus diesem Grund sollte bei jeder Tätigkeit, sowie auch bei der Lagerung von Gasen die Sicherheit oberste Priorität haben und in der Gefährdungsbeurteilung berücksichtigt werden. Dies gilt ganz besonders auch für den Umgang mit ihnen unter Druck.

Lagerung von Druckgasflaschen

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Was sind Druckgase?

 Was sind Druckgase?

Gase unter Druck sind Gase, die in einem Behältnis (Druckgasflaschen) unter einem Druck von mindestens 200 kPa (Überdruck) oder mehr enthalten sind - verflüssigt und tiefgekühlt. Wenn Gase nicht ordnungsgemäß gelagert werden, können von ihnen große Gefahren ausgehen. Sie können unter anderem korrosiv, toxisch oder explosionsgefährlich wirken.

 

 

 

Rechtliche Grundlagen

Für den sachgemäßen Umgang zur Lagerung von Druckgasflaschen gelten eine Vielzahl an Verordnungen und Technischen Regeln, die zu beachten und einzuhalten sind (siehe Infobox)

Im Rechtstext der Technischen Regeln für Gefahrstoffe (TRGS 510 „Lagerung von Gefahrstoffen in ortsbeweglichen Behältern“) sind unter anderem diese technischen Vorgaben zu finden: So ist die Lagerung von Druckgasflaschen außerhalb von Lagerräumen nur bis 2,5 Liter zulässig.

Die Anforderungen der TRGS lassen sich durch einen geeigneten Lagerraum, einer Aufbewahrung im Freien oder in Arbeitsräumen durch einen Sicherheitsschrank umsetzen. Letzteres ist mit Sicherheitsschränken für Druckgasflaschen nach DIN EN 14470-2 möglich.

Als Stand der Technik verfügen diese Schränke über eine Feuerwiderstandsfähigkeit von 90 Minuten, ebenso wie bei Sicherheitsschränken zur Lagerung entzündbarer Flüssigkeiten. Somit ist in beiden Fällen ein vergleichbar hohes Schutzniveau gewährleistet.

 

Schutzziele der DIN EN 14470-2 für Sicherheitsschränke

Die DIN EN 14470-2 gibt in erster Linie die Kriterien für Brandschutz, Prüfung und Dokumentation von Druckgasflaschenschränken vor und umfasst mehrere Sicherheitsanforderungen. 

Zum einen muss sichergestellt sein, dass im Brandfall für einen Zeitraum von 90 Minuten keine zusätzlichen Risiken zur Brandausbreitung von dem Schrankinhalt ausgehen. Zum anderen muss gewährleistet sein, dass geringe Gasausströmungen innerhalb des Schrankes abgesaugt werden. Die Feuerwiderstandsfähigkeit von 90 Minuten soll dem Personal das Verlassen des Arbeitsraumes und den Rettungskräften ihre Arbeit ermöglichen. Die Sicherheit im Brandfall und der Gesundheitsschutz im täglichen Umgang mit dem Gefahrstoff Druckgas sind also die zentralen Schutzziele der modernen Typ G90 Sicherheitsschränke.

Ergänzende belegt das GS-Prüfzertifikat einer unabhängigen Prüfstelle, dass der Sicherheitsschrank den Anforderungen des Geräte- und Produktsicherheitsgesetzes (§ Abs. 1) hinsichtlich der Gewährleistung von Sicherheit und Gesundheit entspricht.

 

Zentrale vs. dezentrale Lagerung

Bei einem zentralen Versorgungssystem lagern alle benötigten Druckgasbehälter an einem definierten Ort im Gebäude oder Außenbereich. Ein festinstalliertes Rohrleitungsnetz sorgt für die Gaszufuhr an die entsprechenden Verbraucherstellen im Arbeitsraum. Im Gegenteil dazu sind bei einer dezentralen Gasversorgung einzelne, kleine Versorgungseinheiten direkt oder in unmittelbarer Nähe zum Arbeitsplatz aufgestellt.

Werden alle Vorräte an einem einzigen Ort gelagert, ist die Überwachung und Kontrolle einfacher und auch die Lagerkapazität größer.  Im Gegensatz dazu verfügen Sicherheitsschränke über eine kleinere Lagerkapazität, können jedoch direkt in Arbeitsplatznähe aufgestellt werden. So ist eine Überwachung des Gasvorrates bequem im Arbeitsraum möglich und die Rohrleitungen zur Entnahmestelle sind extrem kurz. Das spart Materialkosten und minimiert das Leckagerisiko — vor allem beim Einsatz von korrosiven Gasen. Sicherheitsschränke bieten ferner Vorteile durch ihre Flexibilität: Es entfallen teure Baumaßnahmen zur Installation und Instandhaltung von Rohrleitungen, die bei einer Gaszufuhr von einem externen Lagerraum entstehen.

Bei der dezentralen Lagerung lassen sich zudem unkompliziert Anpassungen an wechselnde Nutzungsanforderungen vornehmen. Auch die Inneneinrichtung ist ohne Vorgaben gestaltbar: Je nach Nutzung sind Schrankbreite und Sonderausstattungen frei wählbar. Zusätzlich entfallen die Schutzbereiche um die Flaschen – so kann in der Praxis ein Schrank direkt neben einem Laborabzug oder einer Werkbank platziert werden.

Demgegenüber sind in Lagerräumen Schutzbereiche erforderlich, wenn nicht auszuschließen ist, dass etwa beim Wechsel von Anschlussleitungen geringe Mengen von Gasen freiwerden.

 

Lösungsmöglichkeiten zur sicheren Lagerung von Druckgasflaschen von asecos

Im G90-Druckgasflaschenschrank werden Druckgasflaschen mit entzündbaren oder toxischen Gasen in Arbeitsräumen sicher eingelagert, häufig auch zur Entnahme an Druckgasarmaturen angeschlossen und über Rohrleitungen zur Entnahmestelle geführt. 

asecos entwickelte eine Lösung, die dem Nutzer einen schnellen Überblick über die gelagerten Druckgasflaschen ermöglicht: Der Druckgasflaschenschrank-Klassiker G90 ist auch in einer neuen Variante mit Sichtfenster aus Brandschutzglas erhältlich. Dadurch kann die Kontrolle von Anzeigen im Bereich der Gasarmaturen ohne Öffnen der Tür erfolgen. Dieses neue Modell gibt es in einer Breite von 60 cm und bietet Platz für zwei 50 Liter-Flaschen. Geöffnet werden muss der Schrank in der Regel nur noch, um Gasflaschen im Schrank zu tauschen.

Grundsätzlich erfolgt die Installation von Gas- und Elektroleitungen bei Sicherheitsschränken durch die Schrankdecke nach außen. Das Anbringen der Rohrleitungen nach außen war in der Vergangenheit jedoch nicht immer einfach: Die zulässige Positionierung der Gas- und Elektrodurchführungen konnte ausschließlich von außen auf der Schrankdecke über fest definierte Positionen erfolgen. Dies führte häufig zu einem höheren Installationsaufwand. Denn aufgrund von fest vorgegebenen Bohrmöglichkeiten, war eine optimale Nutzung der Schrankinnentiefe und -breite nur eingeschränkt möglich.

Dank der überarbeiteten Konstruktion von asecos ist diese Problemstellung nun Vergangenheit. Die neu entwickelte Schrankdecke bietet eine einheitliche Bohrfläche, in der flexibel jede Position zum Durchführen der Gas- oder Elektroleitung verwendet werden kann. Der zulässige Durchführungsbereich ist sowohl außen als auch im Schrankinneren an der Decke eingezeichnet. Das erleichtert die Montage um ein Vielfaches und die Schrankinnentiefe und -breite lassen sich optimal nutzen. Verwinkelte Rohrleitungen haben jetzt ausgedient: Leitungen können direkt und sehr nah an der Schrankrückwand realisiert werden. Das spart Arbeitsaufwand und Material. Eine zusätzliche Isolierung der Rohrdurchführungen ist generell nicht notwendig.

Gesetzeslage

Die aktuelle Gesetzeslage in Deutschland regelt ausführlich den Umgang mit gefährlichen Stoffen. Für ein sicheres Handling mit Druckgasen finden Sie hier eine Übersicht über alle wichtigen Gesetze, Verordnungen und Technischen Regeln: 

  • Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV)
    • Gefahrstoffverordnung (GefStoffV)
    • Technische Regeln Betriebssicherheitsverordnung (TRBS) 2152 ff.
    • Technische Regel Gefahrstoffe (TRGS)
  • TRGS 407 „Tätigkeiten mit Gasen Gefährdungsbeurteilung“
  • TRGS 509 „Lagern von flüssigen und festen Gefahrstoffen in ortsfesten (…)“
  • TRGS 510 „Lagerung von Gefahrstoffen in ortsbeweglichen Behältern“ (Abs. 10-11)
  • TRGS 526 „Laboratorien“
  • TRGS 720 ff. „Gefährliche explosionsfähige Atmosphäre – Allgemeines“
  • TRGS 745 „Ortsbewegliche Druckgasbehälter (…)“
  • TRGS 751 „Vermeidung von Brand-, Explosions- und Druckgefährdungen (…)“

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