asecos Gefahrstofflagerung und -Handling 2018 - 2020

Informationen Gewässergefährdende Stoffe sind mit diesem Symbol ge- kennzeichnet Der Besorgnisgrundsatz des Wasserhaus- haltsgesetzes (WHG) besagt, dass der Umgang und das Lagern von Gefahrstoffen nur dann zulässig sind, wenn es nach menschlichen Erfahrungen unwahrscheinlich ist, dass eine nachteilige Veränderung von Gewässern eintre- ten könnte. In den Paragraphen 62 und 63 des Wasser- haushaltsgesetzes sind die Anforderungen an den Umgang mit gewässergefährdenden Stoffen detailliert beschrieben. Generell gilt, dass Behälter mit entzündbaren und/oder gewässergefährdenden Flüssigkeiten in bzw. auf geeigneten Auffangwannen zu lagern sind, so dass einem Auslaufen von Flüssigkeit in ausrei- chender Art und Weise vorgebeugt wird. Als gewässergefährdend gelten feste, flüssige und gasförmige Stoffe, die geeignet sind, dauernd oder in einem nicht nur unerheb- lichen Ausmaß nachteilige Veränderungen der Wasserbeschaffenheit herbeizuführen (WHG § 62 Abs. 3). Verordnung über Anlagen zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen (AwSV), gültig seit 1.8.2017 Hier finden Sie detaillierte Angaben: 4 4 zur Einstufung von Stoffen in Wassergefährdungsklassen, 4 4 zu den Betreiber-, Fachbetriebs- und Anzeigepflichten sowie 4 4 zu den jeweiligen technischen Anforderungen. Aufstellung und Lagerung Behälter, in denen entzündbare oder nicht entzündbare gewässergefährdende Flüssigkei- ten gelagert werden, müssen durch geeignete Auffangwannen gegen Auslaufen gesichert sein (Schutz des Grundwassers). Eine Auffangwanne muss den Inhalt des größten Behälters (mind. 10 % der eingelagerten Menge) aufnehmen können. Beispiel: Auffangwanne für 2 Fässer à 200 L 10 % = 40 Liter / größtes Gebinde = 200 Liter / not- wendiges Auffangvolumen der Auffangwanne = 200 Liter ACHTUNG: Bei Lagerung in Wasserschutz- gebieten (soweit zugelassen), muss die gesamte Lagermenge zurückgehalten werden können (100 %). Beständigkeit Die Korrosionsbeständigkeit der verwendeten Werkstoffe der Auffangwanne sowie ihre Ver- träglichkeit mit den eingelagerten Stoffen, muss nachweislich gegeben sein. HINWEIS: Falls aus Beständigkeitslisten keine Vorgaben zu entnehmen sind, kann der Werkstoff der Auffangwanne dem Werkstoff der Lagerbehälter entsprechen. Auffangwannen aus Polyethylen Einsetzbar für gewässergefährdende Flüssigkei- ten sowie Säuren und Laugen; nicht zur Lage- rung entzündbarer Flüssigkeiten verwendbar. Zusammenlagerung Bei der Zusammenlagerung in/auf Auffang- wannen ist neben den Zusammenlagerungs- verboten zusätzlich zu beachten, dass keine Stoffe über einer Wanne gelagert werden, die beim „Zusammentreffen“ miteinander reagieren können. Zu beachten sind hierbei nicht nur die Beständigkeit, sondern besonders bei den Auffangwannen aus Polyethylen auch mögliche exotherme Reaktionen. Bei der dort entstehen- den Hitze wird die Statik der Auffangwanne zerstört. Betreiberpflichten Umgang mit Auffangwannen In den entsprechenden Regelwerken und Zulas- sungen werden auch Pflichten für den Betreiber einer Lagereinrichtung festgelegt. Danach ist dieser verantwortlich für: • den bestimmungsgemäßen Gebrauch • Unterhaltung und Wartung • die Beseitigung von Schäden am Ober- flächenschutz • regelmäßige Überprüfungen WICHTIG Zusätzlich ist der Zustand der Auffang- wanne alle 2 Jahre durch Inaugen- scheinnahme zu prüfen. Das Ergebnis ist zu protokollieren und muss auf Verlangen der Unteren Wasserbehörde vorgelegt werden. • Auffangwannen dürfen nur auf regenge- schützten, ebenen Flächen aufgestellt werden. • Ob ein Anfahrschutz notwendig ist, ergibt sich aus den räumlichen Gegeben- heiten. • Die Gebinde sind auf der Wanne so zu lagern, dass sie nicht über die Wanne hinausstehen. Dadurch wird ein Herun- terfallen verhindert und im Falle einer Leckage werden austretende Flüssigkei- ten aufgefangen. • Wird aus einem Gebinde auf der Wanne abgefüllt, so ist darauf zu achten, dass sich die Auslauföffnung über der Wanne befindet. Sollte dies aufgrund der Maße der Gebinde nicht möglich sein, so sollte ein Vorsatzbehälter verwendet werden. • Leckagen aus Undichtigkeiten des Hahnes sowie nachtropfende Flüssigkeit werden somit sicher aufgefangen. • Ist die Höhe zur Abfüllung in Kleingebin- de oder ist die Viskosität der Flüssigkeit nicht gegeben, so ist der Einsatz einer erhöhten, geneigten Stellfläche zu empfehlen. Alle Angaben dienen der Information. Maßgeblich für den Einzelfall ist die jeweils gültige Gesetzgebung. Bitte beachten Sie die für Sie verbindlichen länderspezifischen Vorschriften und Bestimmungen! Das Wasserhaushaltsgesetz (WHG) bildet den Hauptteil des deutschen Wasserrechts und enthält Bestimmungen über den Schutz und die Nutzung von Oberflächengewässern und des Grundwassers. Gewässergefährdende Stoffe werden nach ihrem Gefährdungspotenzial eingestuft. Dies geschieht mit den folgenden Wassergefähr- dungsklassen: WGK 1 schwach wassergefährdende Stoffe WGK 2 deutlich wassergefährdende Stoffe WGK 3 stark wassergefährdende Stoffe Wenn keine Einstufung vorliegt, ist eine Selbst- einstufung durch den Betreiber erforderlich. 559

RkJQdWJsaXNoZXIy NzIzNDY=