asecos Gefahrstofflagerung und -Handling 2018 - 2020

324 STOFFE MIT GEFÄHRLICHEN EIGENSCHAFTEN … finden sich nicht nur in der chemischen Industrie, sondern in nahezu allen Bereichen unseres beruflichen und privaten Lebens. So werden z. B. allein in Deutschland wahrscheinlich mehr als fünfzigtausend Gefahrstoffe gehandelt. Wichtigste Voraussetzung für den gefahrlosen Umgang mit Gefahrstoffen ist die Kenntnis ihrer Eigenschaften und, daraus abgeleitet, die richtige Wahl der zu treffenden Schutzmaßnahmen. Hinweis: Bitte beachten Sie, dass die hier getroffenen Aussagen, aufgeführten technischen Regeln und Gesetz- gebungen in Deutschland gelten. Abweichend hierzu sind die in Österreich und der Schweiz geltende nationalen Gesetzgebungen und Regeln zur Lagerung von Gefahrstoffen zu beachten. Lagerung von Gefahrstoffen – Fachinformationen Wie können Gefahrstoffe erkannt werden? Gefahrstoffe müssen mit Gefahrensymbolen gekennzeichnet werden. Um die Kennzeichnung der Gefahrstoffe weltweit zu vereinheitlichen, wurde das Global Harmonisierte System (GHS) durch die CLP-Verordnung der EU eingeführt. Maßnahmen zum Mitarbeiterschutz - TOP Austausch von Gefahrstoffen Grundsätzlich gilt das Substitutionsgebot: der Ersatz gefährlicher Sub- stanzen durch ungefährliche bzw. weniger gefährliche ist der beste Weg, eine Gefährdung durch Gefahrstoffe zu vermeiden. Ob dies möglich ist, muss daher grundsätzlich immer vor dem Umgang mit solchen Stoffen geprüft werden. Viele gefährliche Stoffe lassen sich nicht oder zumindest zum heutigen Zeitpunkt noch nicht ersetzen oder in weniger gefährliche Verwendungsformen überführen. Deshalb müssen vorrangig technische Maßnahmen zum Schutz vor den Einwirkungen von Gefahrstoffen getrof- fen werden. Technische Maßnahmen Technische Maßnahmen beruhen auf folgenden Prinzipien • Vermeidung von Schadstoffaustritten • Absaugung, vorzugsweise am Entstehungsort • Be- und Entlüftung der Arbeitsräume Gefahren erkannt? Der sichere Umgang mit Gefahrstoffen gehört zu den wichtigen Auf- gaben des Gesundheitsschutzes der Beschäftigten in Unternehmen. Den Arbeitgeber treffen weitreichende Pflichten. Er muss das Gefährdungs- potential der eingesetzten Stoffe sowie die angewendeten Arbeitsver- fahren ermitteln und geeignete Schutzmassnahmen ergreifen, um den Menschen vor Gesundheitsgefahren und die Umwelt vor stoffbedingten Schädigungen zu schützen. Was sind Gefahrstoffe? Gefahrstoffe sind Stoffe mit z. B. folgenden Eigenschaften: • entzündlich, leichtentzündlich, hochentzündlich • giftig oder sehr giftig • gesundheitsschädlich • ätzend • reizend • brandfördernd • explosionsgefährlich • umweltgefährlich • sensibilisierend • krebserzeugend, fortpflanzungsgefährdend, erbgutverändernd Persönliche Schutzmaßnahmen Reichen technische und organisatorische Maßnahmen nicht aus, um den Schutz vor gesundheitsgefährdenden Stoffen zu gewährleisten, müssen zusätzlich persönliche Schutzausrüstungen vom Unternehmer zur Verfü- gung gestellt und von den Beschäftigten entsprechend der Betriebsan- weisung benutzt werden. Weitere Informationen sind in der asecos Gefahrstoffbroschüre zusammengefasst. Sichern Sie sich jetzt ihr kostenloses Exemplar auf www.asecos.com Organisatorische Maßnahmen Organisatorische Regelungen sollen sicherstellen, dass nicht mehr Mitarbeiter als unbedingt erforderlich Gefahrstoffen ausgesetzt sind und die jeweils notwendigen und vorgeschriebenen Schutzmaßnahmen beim Umgang mit diesen Stoffen kennen und einhalten. Organisatorische Maßnahmen sind z. B.: • das Festlegen der Aufgaben- und Verantwortungsbereiche • das Umsetzen und Überwachen der Vorschriften • das Beschaffen von Informationen über gefährliche Stoffe • das Erstellen von Betriebsanweisungen • die regelmäßige Unterweisung der Mitarbeiter • die Kontrolle der technischen Einrichtungen und der persönlichen Schutzausrüstungen • die Kontrolle der Konzentration gefährlicher Stoffe im Arbeitsbereich Fahrlässiger Umgang und Lagerung von Gefahrstoffen – mögliche Konsequenzen › › Im Schadensfall erlischt jeglicher Versicherungsschutz › › Persönliche Haftung der Gesellschafter für entstehende Sach- und Personenschäden › › Für Entsorgung und Sanierung fallen erhebliche Kosten an › › Unkalkulierbare Produktionsausfälle im Entsorgungs- und/oder Schadensfall › › Der auftretende Imageverlust schädigt das Unternehmen langfristig › › Sie entziehen sich der Verantwortung gegenüber ihren Kunden und Mitarbeitern „Bei uns passiert schon nichts ...“ Danach wird leider immer noch zu oft gehandelt. Der sorglose Umgang mit Gefahrstoffen und eine nicht ordungsgemäße Lage- rung verursachen häufig Unfälle mit Sach- , und noch schlimmer, mit Personenschäden.

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